Verpatzter Sonntagskrimi

Münchner-Tatort verwirrte selbst Schauspieler

Tatort
© ORF/BR/Frederic Batier

Der Münchner Fall "Aus der Tiefe der Zeit" enttäuschte Tatort-Fans.
OE24 auf Google bevorzugen

Eigentlich hätten sich die Tatort-Fans am 27. Oktober einen richtig guten Krimi erwartet, handelte es sich doch dabei um einen Jubiläums-Fall. Das Münchner-Team ermittelte nämlich zum 65. Mal. Doch anstelle eines gut durchdachten und spanenden Tatorts, bekamen die Anhänger ein Gemetzel mit wenig Aussagekraft serviert. Vier Tote und drei Täter waren das Rezept für eine etwas missglückten Fall.

Jubiläumsfall verbockt
Dabei ließ sich der Bayrische Rundfunk bei der Planung und Vorbereitung der Jubiläumsfolge nicht lumpen. Für den 65. Einsatz des Münchner-Teams engagierter der BR den Star-Regisseur Domink Graf, der unter anderem für den Film "Im Angesicht des Verbrechens" bekannt ist. Er sollte für die zwei Ermittler Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) etwas ganz Besonderes schaffen. Doch der Schuss ging sprichwörtlich nach hinten los. Im Konkreten ging es beim Fall "Aus der Tiefe der Zeit" um eine Eventmanagerin die gemeinsam mit ihrem Liebhaber ihren Adoptivbruder und einen schwulen Stylisten umbrachten. Auslöser für die Bluttat war eine Erpressung. Die Mutter der Event-Organisatorin hatte damals in der Zeit des zweiten Weltkrieges einen SS-Mann verhungern lassen. Nach den Morden beging dann noch der zweite Adoptiv-Bruder Selbstmord.

Selbst Schauspieler fanden Tatort verwirrend
Die Kurzzusammenfassung hört sich freilich recht einleuchtend an. Doch die Umsetzung der Story im Fernsehen war alles andere, nur nicht leicht nachvollziehbar, selbst für die Schauspieler nicht. So verriet die Tatort-Mimin Meret Becker gegenüber "Der Bild am Sonntag", dass sie selbst etwas verblüfft über das Drehbuch war. "Ach, du heilige Tasse Tee! Da hieß es für mich: Augen zu und durch", erklärte sie ihr Motto, unter dem die Dreharbeiten für sie liefen. Aber auch der Tatort-Kommissar Miroslav Nemec verlor den Durchblick. "Es war viel komplizierter als sonst, und ich habe das Drehbuch nicht gleich verstanden. Erst, als ich es mehrmals gelesen hatte, war mir alles klar", meinte er in einem Interview gegenüber der "B.Z.". Nach dieser doch eher hartem Feedback verteidigt der Regisseur im Talk mit der Bild Zeitung seinen Arbeit. "Die Zusammenhänge und Ursachen von Verbrechen wie sie "Aus der Tiefe der Zeit“ schildert sind komplex. Ich bin der Meinung, der Zuschauer muss sie auch so erzählt bekommen“, erklärte er dem Blatt. Auf die Tatsache berufend, dass Meret Becker und ihr Kollege Mirsolav Nemec, nicht auf Anhieb verstanden hätten konterte Graf sofort mit den Worten: "Ich fand das Drehbuch auf Anhieb spannend und herausfordernd.“ Das Wort herausfordernd beschreibt den Fall tatsächlich recht gut. Denn auch für die Fans war es nicht unbedingt einfach, "Aus der Tiefe der Zeit" zu folgen.

Die TV-Highlights des Jahres 2013


1 / 71

Juergen Maurer ist "Kommisar Rex'" neues Herrl

Dienstantritt für Juergen Maurer in Meran! Am Samstag, dem 21. Dezember 2013, um 20.15 Uhr in ORF 2 bekommt Österreichs Kultkommissar auf vier Beinen ein neues Zuhause und einen neuen Partner an die Seite gestellt. Im neuen ORF/RAI-Fernsehkrimi "Kommissar Rex - Eiszeit" geht es für den Vierbeiner nach Südtirol. Dort soll er der neue Partner von Kommissar Andreas Mitterer alias Juergen Maurer ("Das Wunder von Kärnten") werden.

© ORF/Beta Film

Sascha Hehn wird "Traumschiff"-Kapitän

Wenn "Das Traumschiff" unterwegas ist, "weiß das Publikum weiß seit 32 Jahren: Es geht immer alles gut aus, es gibt ein Happy End, es wird ein tolles Land gezeigt", sagt der Produzent der ZDF-Serie, Wolfgang Rademann (78). "Es gibt immer eine dramatische Geschichte, eine heitere Geschichte und eine Love Story." Zum Jahreswechsel übernimmt jedoch ein neuer Kapitän. Nach 14 Jahren gibt Kapitän Jakob Paulsen alias Schauspieler Siegfried Rauch das Ruder aus der Hand - und übergibt es an einen ehemaligen Steward. 30 Jahre nachdem Sascha Hehn (59) als Steward Victor zum ersten Mal an Deck stand, kehrt er auf das Schiff zurück - befördert zum Kapitän. Die letzte Reise für Kapitän Rauch führt ihn am Zweiten Weihnachtstag im ZDF nach Malaysia. Doch Rettung naht schon fünf Tage später in Form eines alten Bekannten: Ex-Steward Victor, der in den 1980er Jahren den Frauen reihenweise den Kopf verdrehte, hat seine "Traumschiff"-Abstinenz gut genutzt, ist Kapitän geworden und übernimmt in der Neujahrs-Folge zum ersten Mal das Steuer, wenn der Kreuzfahrt-Dampfer Kurs auf Australien nimmt.

© ZDF

Zweite Staffel "House of Cards" ab Februar auf Sky

Francis Underwood geht weiter seinen Weg: Ab 14. Februar bringt der Bezahlsender Sky die zweite Staffel der US-Erfolgsserie "House of Cards", womit man Kevin Spacey in der Rolle des Politikers wieder begleiten darf. Alle 13 Episoden sind ab diesem Tag und somit parallel zum US-Start via Sky Go abrufbar, einen Tag später dann auch via Sky Anytime, wie am Dienstag mitgeteilt wurde.

© BBC

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden