Als Baby vertauscht:
 Jetzt Mutter gesucht

Morgen in ORF-"Thema"

Als Baby vertauscht:
 Jetzt Mutter gesucht

Schockierende Erkenntnis nach einer Blutspende: Doris Grünwald wurde als Baby vertauscht.

Der Fall sorgte für Schlagzeilen und jede Menge Arbeit in den Labors des Grazer Klinikums. Viele Frauen meldeten sich plötzlich zu freiwilligen Gentests, um Antwort auf die brisante Frage zu bekommen: Wurde ich oder wurde mein Kind im Herbst 1990 an der Frauenklinik vertauscht?

Tochter: »Ich will wissen, wo ich herkomme«
Der spektakuläre Anlassfall: Eine heute 25 Jahre alte Steirerin – Doris Grünwald, sie arbeitet im Landeskrankenhaus – musste vor drei Jahren durch eine Blutspende feststellen, dass sie als Baby vertauscht worden war. Was für ein Schock!

Morgen in ORF-Thema mit Christoph Feurstein sprechen die junge Frau und ihre Mutter – nicht die noch unbekannte biologische, sondern Evelin Grünwald, bei der Doris seit 25 Jahren glücklich lebt – über diese extreme Erfahrung.

„Ich will wissen, wo ich herkomme und was das für ein Leben gewesen wäre, das ich geführt hätte, wenn das nicht passiert wäre“, sagt ­Doris Grünwald morgen in ORF-Thema (21.10 Uhr, ORF 2; siehe Kasten).

Verwechslung
Evelin Grünwald schildert die Details der folgenreichen Verwechslung so: „Am Tag der Geburt gab es leider noch gar keinen Kontakt. Am nächsten Tag“ – das war der 1. November 1990 – „war’s endlich so weit.“ Seitens des Personals habe ihr leider den ganzen Tag niemand das Kind gebracht, „und selber aufstehen konnte ich wegen des Kaiserschnitts nicht. Also musste ich warten. (…) Am Nachmittag sah ich meine Tochter schließlich zum allerersten Mal“, so Evelin Grünwald.

Mutter: »Es war ein Schock, es zu erfahren«Die Verwechslung muss also in den 20 Stunden davor passiert sein. Davon zu erfahren, „war ein Schock“, sagt sie im ORF-Thema. Das kann man nachvollziehen.

„Will wissen, wo ich herkomme“

Morgen sprechen Doris und Evelin Grünwald erstmals im Fern­sehen (Thema, 21.10 Uhr, ORF 2).

  • Schock. Tochter Doris Grünwald (25) über den ersten Schock: „Jetzt hast du 22 Jahre in dieser Familie gelebt und denkst dir, das ist dein Leben, dabei ist das gar nicht dein Leben.“
  •  Echte Mutter. Doris hat sich entschieden, sie will ihre echte Mutter kennenlernen: „Ich will wissen, wo ich herkomme und was das für ein Leben gewesen wäre, das ich geführt hätte, wenn das nicht passiert wäre.“
  • Angst vor dem Verlassenwerden. Mutter Evelin Grünwald (50) erzählt von ihren Ängsten, dass ihre vermeintliche Tochter sie nun abweisen könnte: „Es war (damals) ein Schock, mein zweiter Gedanke war, man kann sie mir nicht wegnehmen.“ Der Grund: Die Tochter ist volljährig, keine Behörde kann sie zwingen, zur anderen Mutter zu gehen.
  • Ursachenforschung. Nun geht es um die Frage, wie dem Personal im Spital so ein fataler Fehler passieren konnte. Doris: „Mein einziger Wunsch ist, dass es herauskommt, alles andere kann ich nur auf mich zukommen lassen.
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