FALL DER WOCHE

Baby nach Geburt während der Fahrt nach Österreich getötet

Bei diesem schockierenden Fall sind noch viele Fragen offen. Die wichtigste: Wer hat das Neugeborene von Nickelsdorf wirklich getötet? Es gibt vier Verdächtige - die junge Mutter, zwei mitreisende Frauen und der Chauffeur. Mit Spannung warten alle, was sie aussagen werden.

Bgld. Die Vorgeschichte ist einfach nur furchtbar - hier zählte ein kleines Menschenleben gar nichts: Unter Umständen auf die Welt gekommen, die für sie aus welchen bisher noch unbekannten monströsen Gründen auch immer keinen Platz bot, wurde das kaum abgenabelte Baby, das offenbar während der Fahrt von Rumänien via Österreich nach Deutschland geboren wurde, zu Tode geschüttelt oder erschlagen. Die Kleine starb an einem Schädel-Hirn-Trauma. Kaum das Licht der Welt erblickt, wurde es gleich wieder dunkel - auf einer Videokamera im Bereich des Grenzübergangs Nickelsdorf (mutmaßlich auf einem der ASINAG-Rastplätze) ist nur zu sehen, wie eine Frau aus einem Kleinbus steigt und eine schwarze Sporttasche neben einem Mistkübel abstellt, wieder zum Fahrzeug zurückgeht und davonfährt.

nickelsdorf rastplatz

Eine der Raststätten am Grenzübergang. An einem der Mistkübeln dürfte die Tasche mit dem toten Baby entdeckt worden sein.

© Google maps

Das ganze Grauen ist am 18. Jänner, einem Samstag, zwischen 9 und 13 Uhr passiert bei frostigen Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt und jene Reisenden bzw. Fernfahrer, die später hier Halt machten und Nachschau hielten, was in der vergessenen Tasche drin sein mochte, wird mehr als ein kalter Schauer über den Rücken geronnen sein. Geschockt und verzweifelt wählten sie den Notruf - doch das kleine Wesen in der Tasche war beim Eintreffen des verständigten Notarztes bereits tot. Dass hier ein Verbrechen vorlag, zeigte sich spätestens bei der Autopsie. Laut Obduktionsergebnis war das Mädchen tatsächlich lebend geboren worden und starb aufgrund massiver Gewalteinwirkung. 

Letzten Infos zufolge soll die Mutter das Kind entweder noch während der Fahrt oder im Kleinbus direkt am Parkplatz bekommen haben. Auf den Überwachungskameras soll überdies der Chauffeur zu sehen sein, wie er der Frau dabei geholfen hat, die schwarze Sporttasche loszuwerden. In dem Bus befanden sich auch zwei weitere Frauen, die etwas von den unfassbaren Ereignissen mitbekommen haben müssen, wenn sie nicht gar an der Bluttat beteiligt waren. Alle vier sind Rumänen, die Kindsmutter ist erst 17, die drei Frauen wurden in Deutschland ausgeforscht und festgenommen, der Fahrer wurde in seiner Heimat geschnappt.

Was tatsächlich passiert ist, und ob hier ein, zwei oder gar vier mutmaßliche Kindsmörder via Überwachungsvideo, Kennzeichenfragmenten und DNA-Spuren ausgeforscht wurden, wird sich bei der Befragung zeigen - die erst nach der Auslieferung der Verdächtigen an die heimischen Ermittler erfolgen kann.  Der Transport der drei Frauen und des Mannes nach Österreich wird in den nächsten Tagen organisiert. Bisher hat die Zusammenarbeit der multilateralen Behörden gut funktioniert.

Was am meisten interessiert ist neben der Frage, wer das schreckliche Verbrechen zu verantworten hat, vor allem das Motiv und warum man nicht zu einer Babyklappe oder einem Babynest (im Burgenland gibt es laut Google-Suche keine, aber mehrere auf der weiteren Fahrt in Wien und Niederösterreich) gefahren ist und damit dem Baby eine Chance auf Leben verwehrt hat. Unklar ist, ob die Busbesatzung organisierten Bettlern oder einem Arbeitstrupp - gemunkelt wird von Pflegerinnen - zuzurechnen ist. Die Ermittlungen laufen laut Polizei weiter "in hoher Intensität" und es gilt natürlich auch hier die Unschuldsvermutung.

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