Im Skandal um verunreinigte Babynahrung sind in Österreich bisher 14 Erkrankungsfälle durch das Toxin Cereulid gemeldet worden. Drei Fälle sind bestätigt, elf gelten als wahrscheinlich.
Die betroffenen Kinder im Alter zwischen zwei Wochen und drei Jahren sind inzwischen alle wieder genesen, so die Angaben der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES). Drei Kinder mussten im Krankenhaus behandelt werden. Die bisher letzte Erkrankung begann am 10. Februar.
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Die gemeldeten Fälle stammen aus den Bundesländern Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol und Wien. Wie aus einem AGES-Update hervorgeht, wurden hierzulande bisher 162 Proben Säuglingsnahrung von 15 verschiedenen Herstellern auf Cereulid untersucht. In 28 wurde der Stoff nachgewiesen. Die meisten Werte liegen deutlich unter dem von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ermittelten Grenzwert. Es handelt sich dabei in allen Fällen um Produkte von Herstellern, die bereits Rückrufe ihrer Produkte durchgeführt haben, so die AGES. 130 Proben enthielten keine bestimmbaren Mengen an Cereulid, bei vier ist das Ergebnis noch ausständig. Laut AGES werden weitere Proben derzeit noch untersucht.
Rückrufe seit Dezember
Mehrere Hersteller, darunter europäische Großkonzerne wie Nestlé, Danone und Lactalis, haben seit Dezember in mehr als 60 Ländern weltweit Säuglingsnahrung zurückgerufen. Grund war die mögliche Verunreinigung der Produkte mit dem Giftstoff Cereulid, der Durchfall und Erbrechen verursachen kann. Hintergrund der bisherigen Rückrufe ist ein in den Milchpulvern als Zutat verwendetes und verschmutztes Öl eines Zulieferers aus China. Symptome treten innerhalb von sechs Stunden nach dem Konsum von Babymilchpulver auf. Bei anhaltenden oder schweren Symptomen sollen Eltern umgehend den Kinderarzt kontaktieren.
Neben Österreich haben auch Belgien, Dänemark, Frankreich, Luxemburg, Spanien und das Vereinigte Königreich Fälle gemeldet, die derzeit untersucht werden. Die gemeinsame Bewertung des Europäischen Zentrums für Seuchenkontrolle (ECDC) und der EFSA zeige, dass die meisten gemeldeten Fälle leichte gastrointestinale Symptome aufwiesen. Es wurden aber auch einige Krankenhausaufenthalte aufgrund von Dehydrierung gemeldet. Bereits Mitte Februar sahen die EU-Behörden die Vergiftungsgefahr für Kleinkinder insgesamt als größtenteils gebannt.