Ein neuer Trend sorgt für Ärger und Terror auf der Donauinsel: Teenie-Buben, die sich über TikTok verabreden und im Konvoi mit ihren aufgemotzten E-Scootern ihren ungebremsten "Fahrspaß" demonstrieren. Am Wochenende eskalierte der Konvoi.
Wien. Hier die Polizeimeldung zu dem um sich greifenden Irrsinn: "Am Samstag wurde eine Streife gegen 16:00 Uhr auf die Donauinsel im Bereich Wehr 1 beordert, nachdem 30 rücksichtslos fahrende E-Scooter-Lenker gemeldet worden waren. Die herbeigerufenen Beamten konnten etwa 40 bis 50 Jugendliche, teilweise vermummt, auf E-Scootern wahrnehmen. Beim Eintreffen der Polizei flüchteten die meisten." Auf TikTok sind die Dokumentationen der Verfolgungsjagd leicht zu finden: Eine Video unterlegt mit einem Song vom Mattyeux & Princess Chelsea ("Sometimes") zeigt wie die motorisierten Roller-Buben im Konvoi Geschwindigkeiten erreichen, das wird auf den schmalen Donauinsel jeder Biker dreimal überholt, Entgegenkommende abgedrängt, Fußgänger weggescheucht - und die Polizei (im Hintergrund ist die Sirene zu hören) kommt ebenfalls schwer nach, weil sie im Gegensatz zu den E-Burschen auf die Passanten Rücksicht nimmt.
Insgesamt konnten von der Polizei sechs Teenies angehalten werden. Laut Angaben der Jugendlichen war die gemeinsame Fahrt in Richtung Lobau über soziale Medien verabredet worden. Im Zuge der Amtshandlung wurden etliche Anzeigen erstattet, darunter mehrere nach dem Kraftfahrgesetz wegen fehlender Zulassung sowie drei nach der Straßenverkehrsordnung, unter anderem wegen Entziehung der Anhaltung, Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer und mangelhafter Ausrüstung eines E-Scooters. Zudem wurden mehrere Identitätsfeststellungen durchgeführt. - was von den Betroffenen (siehe Fotos oben) auch noch stolz gepostet wird.
Aufgrund der Geschehnisse am Samstag wurde vom Stadtpolizeikommando Donaustadt für den Sonntag ein Streifenauftrag, insbesondere für den Bereich Donauinsel, angeordnet. Dabei kam es zu weiteren Amtshandlungen im Zusammenhang mit (verabredeten) E-Scooter-Teenies: Zudem ereigneten sich sich zwei Verkehrsunfälle, wobei ein Scooter-Boy nach einem Zusammenstoß mit einem Pkw mit einer Verletzung in ein Krankenhaus gebracht wurde. Darüber hinaus wurden erneut mehrere Anzeigen im Verkehrsbereich erstattet sowie ein Organmandat ausgestellt.
Die Wiener Polizei weist darauf hin, dass rücksichtsloses Fahren mit E-Scootern sowie Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung konsequent geahndet werden. Weitere Schwerpunktaktionen nicht nur auf der Donauinsel gegen allzu rasante unbelehrbare E-Scooter-Piloten werden folgen.