Eis-Lady: Triste Hochzeit hinter Gittern

Ehe-Gelübte

Eis-Lady: Triste Hochzeit hinter Gittern

Aufgebot in Minizelle. Null Zeit für Romantik und keine Hochzeitsnacht.

Noch ist der Termin nicht raus, aber die Justizanstalt Josefstadt ist gewappnet für die Hochzeit hinter Gittern.

Bereits vor der Geburt ihres Sohnes Rolando wollten Estibaliz C. (32) und ihr Verlobter Roland R. (48) unbedingt heiraten, doch dann das: Wichtige Urkunden der zukünftigen Braut fehlen bis heute und machen eine Trauung unmöglich.

Die Justizanstalt Josefstadt hat die Hochzeit hinter Gittern längst genehmigt. „So romantisch wird das aber nicht“, sagt Anstaltsleiter Peter Prechtl.

Sobald die Urkunden ­eingetroffen sind, soll die Hochzeit im sogenannten Halbgesperre, also im Besucherraum, stattfinden. „Die ganze Trauung wird auf das Wesentliche reduziert werden“, erklärt Prechtl. In der Mitte des kargen Raumes soll ein Tisch stehen, an dem dann der Standesbeamte und das Brautpaar die Zeremonie vollziehen. Außerdem sollen Trauzeugen zugelassen werden: „Die braucht man schließlich für eine richtige Hochzeit.“ Jeder weitere Besucher muss aber extra von der Anstaltsleitung genehmigt werden.

Keine Hochzeitsnacht in der Justizanstalt für „Esti“
„Für die Zeremonie hat das Brautpaar nicht mehr als eine Stunde Zeit“, so Anstaltsleiter Prechtl.

Eine Hochzeitsnacht kann es also nicht geben. „Ein Gefängnis hat für solche Anlässe ein Familienzimmer. Aber wir haben so einen Raum nicht.“

Würde Estibaliz C. also rechtskräftig verurteilt werden und in einem richtigen Gefängnis heiraten, hätte die Eislady die Chance auf eine romantische Nacht mit ihrem Bräutigam. Aber so wird sie die erste Nacht als verheiratete Frau alleine in ihrer Zelle verbringen müssen.

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    Verlegung nach Linz

    Die Eislady muss ihre Zelle für zwei Wochen räumen. Solange nämlich wird sie in Linz von der Psychiaterin von Josef Fritzl untersucht.

    Heute, Dienstag, ist es für die Eislady so weit: Die mutmaßliche Doppelmörderin Estibaliz C., die seit Juni 2011 in der Justizanstalt Wien-Josefstadt in U-Haft sitzt und für die die Unschuldsvermutung gilt, wird heute nach Linz verlegt.

    Grund ist ein psychologisches Gutachten über die frühere Eissalonbesitzerin. Es soll von Adelheid Kastner, Leiterin der Nervenklinik in Linz, angefertigt werden. Die Psychiaterin erstellte bereits das Gutachten über den Amstettner Inzestfall. Damit Kastner nicht hin- und herpendeln muss, soll die Eislady nach Linz verlegt werden. „Sie wird dort für voraussichtlich zwei Wochen bleiben“, so Peter Prechtl, Anstaltsleiter der Josefstadt.

    Die 32-Jährige wird heute erst vom Zentralen Überstellungsdienst in die Justizanstalt Asten gebracht, morgen geht es dann weiter nach Linz.

    Ursprünglich hätte Estibaliz C. diese Woche ihren Sohn in Wien betreuen dürfen. „Der Vater des Kindes kann genauso einen Antrag in Linz stellen“, so Prechtl.

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