Niederschlagsdefizit

Extreme Trockenheit: Hier fiel 85 Prozent weniger Regen

Das bisher niederschlagsarme Jahr hat in Österreich mit einem der trockensten Aprilmonate einen vorläufigen Höhepunkt erreicht.  

Laut vorläufiger Geosphere-Bilanz verliefen nur vier Aprilmonate seit 1858 trockener. In sieben Bundesländern waren die Niederschlagsdefizite mit minus 65 bis 75 Prozent besonders hoch - und an manchen Orten fiel nicht einmal 15 Prozent der Regenmenge, die in einem April durchschnittlich anfällt, hieß es am Donnerstag in einer Aussendung.

"Im Rheintal, dem Tiroler Unterland, im Pinzgau, Lungau, in Unterkärnten, in der Steiermark entlang und südlich von Mur und Mürz, im Burgenland sowie in Wien und weiten Teilen Niederösterreichs waren die Niederschlagsdefizite mit minus 70 bis 85 Prozent besonders hoch", bilanzierte Geosphere-Klimatologe Alexander Orlik. Die Trockenheit hat Folgen, wie mehrere Waldbrände in den vergangenen Tagen gezeigt haben. Das Umweltministerium berichtete erst am Mittwoch von unterdurchschnittlichen Niederschlägen im bisherigen Jahresverlauf und der daraus resultierenden Brandgefahr.

Wärmer und sonniger

Der April war im Tiefland Österreichs (HISTALP-Datensatz) zudem um 1,0 Grad Celsius wärmer als im Klimamittel 1991-2020 und um 2,5 Grad Celsius wärmer als die deutlich kühlere Klimanormalperiode 1961-1990. Damit landete der Monat auf Platz 18 der 260-jährigen Messgeschichte Österreichs. Auf den Bergen waren die Anomalien zum Klimamittel größer, denn hier erreichte die Abweichung zum Bezugszeitraum 1991-2020 plus 1,8 Grad und zum Klimamittel 1961-1990 plus 3,4 Grad.

Beim Sonnenschein wurde über ganz Österreich ein Plus von 13 Prozent ermittelt, was ungefähr dem Wert des April 2025 entspricht und zumindest für den sonnigsten April seit 2020 reicht. Damals schien die Sonne jedoch um 50 Prozent länger als in einem durchschnittlichen April. Besonders bevorzugt wurde heuer Westösterreich, denn am sonnigsten war es in Vorarlberg, in Nordtirol entlang des Alpenhauptkammes, in Osttirol und Oberkärnten. Dort schien die Sonne, verglichen mit dem Bezugszeitraum 1991-2020, um 25 bis 35 Prozent häufiger als im Schnitt.

Frühstarts in Flora und Fauna

Viele Baumarten haben laut Geosphere - verglichen mit dem Österreich-Mittel 1991 bis 2020 - dieses Jahr verfrüht zu blühen begonnen - sechs Tage waren es etwa bei Süßkirsche und Hängebirke und auch der Flieder fiel mit einem Frühstart auf. Die Walderdbeere entwickelte sich hingegen gegen den Trend und war dieses Jahr verspätet. Was die Tierwelt betrifft, so war der erste Kuckucksruf 2026 zwei Wochen früher zu hören als im Mittel, was den frühesten Zeitpunkt der Beobachtungsreihe bedeutet. Ebenso wurde der Maikäfer heuer seinem Namen nicht gerecht, denn die ersten Exemplare des Jahres wurden bereits gesichtet.

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