Diversion für Model

Frau von ORF-Star biss Polizisten

In einer psychischen Ausnahmesituation (verstärkt durch Alkohol und Schlaftabletten) biss ein slowakisches Model und Frau eines ORF-Stars einen Polizisten in die Hand. Ihr Partner hatte sie offenbar seit Jahren betrogen - das Paar ist mittlerweile getrennt.

Wien. Die Beschuldigte hatte im Oktober 2025 einen Polizisten in die Hand gebissen, als dieser versuchte sie mit weiteren Beamten zu fixieren. Die Diversion umfasst eine zweijährige Probezeit und 500 Euro Schmerzensgeld für den verletzten Beamten. Ursprünglich war die Frau wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt und schwerer Körperverletzung angeklagt. Im Herbst des Vorjahres waren Beamte in Wien zu einem Einsatz gerufen worden, nachdem die 31-Jährige - die ihn wieder einmal bei oder nach einem Seitensprung erwischt hatte - psychisch ziemlich ausgerastet war. Daraufhin hatte ihr Promi-Mann, der im ORF von divesern Formaten bekannt ist, den Polizei-Notruf gewählt.

 "Beißen ist nicht schön, aber Sie haben geschildert, dass es eine Ausnahmesituation war", erklärte die Richterin ihre Entscheidung zugunsten einer Diversion. Die Angeklagte, die selbstständig als Model tätig ist, hatte sich zuvor zu der Tat bekannt und bei dem verletzten Polizisten persönlich entschuldigt. Wird den Auflagen der Diversion Folge geleistet, gilt die Frau weiterhin als unbescholten.

Hintergründe der Eskalation 

Frau von ORF-Star Nik Rast
© oe24

Kurz vor jenem eskalierten Polizeieinsatz habe die seit 2020 in Österreich lebende Slowakin erfahren, dass sie von ihrem Lebensgefährten betrogen wurde, erklärte ihr Verteidiger Nikolaus Rast. Deswegen werde die eingetragene Partnerschaft nun auch aufgelöst. "Fünf von sechs Jahren hat er etwas hinter meinem Rücken gemacht", sagte die Angeklagte und hielt fest: "Es war eine ganz schwierige Woche für mich, ich konnte nicht schlafen und essen."

Deswegen habe sie am 22. Oktober des vergangenen Jahres Alkohol und Schlaftabletten zu sich genommen, denn "ich wollte einfach schlafen", erklärte sie. Aus Sorge um sie wurde daraufhin die Polizei gerufen. "Ich habe nicht verstanden, warum die Polizei da war und nicht die Rettung." Sie sei panisch geworden und habe sich deswegen den zu Hilfe kommenden Beamten widersetzt: "Ich habe das komplett eskaliert."

"Während der gesamten Amtshandlung befand sich meine Mandantin in einer Psychose", sagte Verteidiger Rast und regte eine diversionelle Lösung an: "Es ist ein Grenzfall, es soll das nicht entschuldigen, aber erklären." Mit Einverständnis der Staatsanwältin kam die Richterin dem nach, das Verfahren wurde vorläufig eingestellt.

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