Legende als Opfer
Freier mit K.O.-Tropfen betäubt und beraubt: Hohe Haftstrafen in Wien
Wien. Mit hohen Haftstrafen ist am Montag am Wiener Landesgericht der Prozess gegen zwei Prostituierte und ihrem Zuhälter zu Ende gegangen, die von Ende September bis Ende November 2023 zehn ältere und allein stehende Männer über Tinde & Co. anschrieben, Treffen ausmachten und bei Hausbesuchen ausraubten. Eine 43-jährige Frau erhielt acht Jahre, eine 28-Jährige neun Jahre Haft. Ein 53-Jähriger, der im Hintergrund die Strippen zog, bekam 13 Jahre. Alle Urteile sind rechtskräftig.
Die aus Ungarn stammenden Frauen hatten mit Fake-Profilen gearbeitet, auf denen wesentlich jüngere, attraktive Frauen zu sehen waren. Zu ihren Opfern zählte auch der legendäre Wiener Einbrecherkönig Ernst Walter Stummer, der am 4. Oktober 2023 von den beiden in seiner Wohnung ausgesucht, betäubt und ausgeraubt wurde.
Ex-Einbrecherkönig betäubt und bestohlen
"Viel g'funden haben's net", hatte Stummer beim ersten Verhandlungstermin Ende Mai im Grauen Haus gewitzelt. Der mittlerweile 85-Jährige, der rund 30 Jahre seines Lebens inhaftiert war und die Republik Österreich beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) auf die Anrechnung seiner Versicherungsmonate aus seiner Gefängnisarbeit auf seine Pensionszeiten verklagt hatte, hatte den Frauen eine Flasche Sekt serviert. Dass ihm dabei eine der beiden etwas ins Getränk mischte, bekam er nicht mit. Als er aus dem Dämmerschlaf aufwachte, waren neben den Frauen 50 Euro aus seiner Brieftasche verschwunden. Eine Armbanduhr hatten sie auch noch mitgehen lassen.
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