Wegen Übergriffen

Gewerkschaft fordert "Eisenbahnpolizei"

Angesichts der Fälle von Gewalt gegen Beschäftigte bei den Eisenbahnen strengt die Gewerkschaft vida die Einführung einer "Eisenbahnpolizei" an.

Vorsitzender Roman Hebenstreit will auch eine personelle Doppelbesetzung in den Zügen. Er fordert in einer Aussendung am Mittwoch Verkehrs- und Innenminister sowie die Bahnbetreiber auf, umgehend einen Sicherheitsgipfel mit der Gewerkschaft zum Schutz von Beschäftigten und Reisenden einzuberufen.

Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) versicherten in einem Mail an die APA, dass ein Runder Tisch mit Einbindung der betroffenen Berufsgruppen und der zuständigen Ministerien bereits in Vorbereitung sei und Mitte kommender Woche stattfinden werde. "Über allfällige Ergebnisse werden wir zeitnah berichten", so die ÖBB.

Anlass sind Attacken gegen Zugbegleiter

Anlass für die Forderungen der Gewerkschaft sei u. a. der Angriff auf zwei Zugbegleiter in der Steiermark sowie die tödliche Attacke in Deutschland. "Wir können nicht länger zusehen, wie unsere Kolleginnen und Kollegen täglich ihre Gesundheit und im schlimmsten Fall ihr Leben riskieren, nur um Menschen sicher an ihr Ziel zu bringen", sagte Hebenstreit. Technische Maßnahmen wie Bodycams oder Trennscheiben seien zwar wichtig, aber es brauche weiterreichende Maßnahmen. Die Doppelbesetzung sei insbesondere in den Abendstunden und auf bekannt "kritischen Linien" wichtig.

"Fakt ist, dass es angepasste Strategien im Umgang mit dem gestiegenen Aggressionspotenzial im öffentlichen Raum braucht", ist auch die ÖBB überzeugt. Unabhängig davon sei in den vergangenen Jahren eine Vielzahl an verschiedensten Maßnahmen gesetzt worden, wie etwa Schulungen des Personals zu deeskalierendem Verhalten, Ausstattung mit Body-Cams, Schwerpunktaktionen sowie Begleitung durch Polizisten oder Sicherheitsmitarbeiter sowie Fair-Play-Kampagnen, um Fahrgäste für ein respektvolles Miteinander und einen höflichen Umgang zu sensibilisieren.

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