Goldmord: Verdächtiger Polizist vor Gericht

Prozess in Innsbruck

Goldmord: Verdächtiger Polizist vor Gericht

Der 52-Jährige sagt, er und das Opfer hätten gemeinsame Sache machen wollen.

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Goldmord: Verdächtiger Polizist vor Gericht

© APA, Der Angeklagte vor Gericht

Der des Mordes an der Bankangestellten verdächtige Ex-Polizist hat am Dienstag zu Prozessbeginn die Variante eines fingierten Raubes präsentiert. "Wir wollten uns mit dem Geld nach Mallorca absetzen", meinte der gefasst wirkende Angeklagte zu Richterin Verena Offer. Er habe dem späteren Opfer die Utensilien dafür besorgt, sagte der 52-Jährige: "Ich selbst war aber niemals am Tatort".

Gekannt habe er die Bankangestellte seit 15 Jahren flüchtig, 2011 habe sich der Kontakt dann intensiviert, schilderte der Ex-Polizist: "Wir haben zunächst über unsere Scheidungen gesprochen, uns unsere Probleme erzählt". Aus dem rein freundschaftlichen Verhältnis habe sich eine intime Beziehung entwickelt. "Dann haben wir uns auch über unsere zukünftigen Lebenspläne unterhalten", sagte der Beschuldigte. Und im Zuge dessen habe er dem späteren Opfer mitgeteilt, dass er später einmal nach Mallorca ziehen wollte.

Skitag
Bei einem gemeinsamen Skitag sei der 49-Jährigen die "Idee mit dem Gold" gekommen, schilderte der Angeklagte. Sie sei seit 30 Jahren in der Bank tätig gewesen und sei daher ebenfalls von dem Plan ins Ausland zu gehen angetan gewesen. "Sie hat zu mir gesagt, dass sie einen Weg finden wird, das Gold buchhalterisch verschwinden zu lassen", erklärte der Tiroler. Sein Part habe darin bestanden, die Planung des fingierten Raubes zu übernehmen und die dafür benötigten Sachen zu besorgen.

Man habe abgesprochen, dass sich die 49-Jährige auf dem Waldweg mit Chloroform betäuben und anschließend den Wagen anzünden hätte sollen, so der Beschuldigte. Anschließend hätte sie in ein in der Nähe befindliches Cafe gehen und Hilfe holen sollen. Was schließlich schiefgegangen sei, könne er nicht sagen, meinte der Ex-Polizist. Er habe sich lediglich zuvor mit dem späteren Opfer getroffen und ihr die Sachen für den fingierten Überfall übergeben. Dann sei er nach Hause gefahren und habe "gebügelt".

Gold noch immer verschwunden
Wenn alles gut gegangen wäre, hätten die beiden "Gras über die Sache wachsen lassen", erklärte der Angeklagte. "Nach zwei Jahren hätten wir uns dann nach Mallorca abgesetzt". Wo sich das Gold jetzt befinde, konnte er nicht sagen: "Damit hatte ich nichts zu tun".

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