Zum Generaldirektor gewählt

Weißmann mit 24 Stimmen zum neuen ORF-Chef gewählt

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Die Wahl ist beendet und die Stiftungsräte haben entschieden: Roland Weißmann ist der neue ORF-Generaldirektor.

Wien. ORF-Vizefinanzdirektor Roland Weißmann wurde am Dienstag im Stiftungsrat zum ORF-Generaldirektor gewählt und löst somit am 1. Jänner 2022 Alexander Wrabetz nach drei Funktionsperioden ab. Der von der ÖVP favorisierte Kandidat erreichte im obersten ORF-Aufsichtsgremium mit türkis-grüner Unterstützung 24 von 35 Stimmen und kam damit auf eine deutliche Mehrheit.

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Der amtierende ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz erhielt 6 Stimmen. ORF 1-Channelmanagerin Lisa Totzauer kam auf 5 Stimmen - davon zumindest drei von FPÖ-nahen Stiftungsräten. ORF-Vize-Technikdirektor Thomas Prantner als auch Harald Thoma erhielten keine Stimmen. "Der neue ORF-Generaldirektor Roland Weißmann verbindet journalistische, programmwirtschaftliche und digitale Kompetenz und er ist vor allem ein Teamplayer - genau das braucht der ORF für seine Zukunft", sagte Thomas Zach, Leiter des bürgerlichen "Freundeskreises". Mit dem heutigen Ergebnis stehe eine breite Mehrheit im Stiftungsrat hinter einem digitalen Reformkurs für den ORF - die Bestellung von Weißmann sei ein klares Signal für die ambitionierte Weiterentwicklung des größten österreichischen Medienunternehmens.

So wurde gewählt

Weißmann mit 24 Stimmen zum neuen ORF-Chef gewählt
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 18:44

Auch NEOS-Mediensprecherin Henrike Brandstötter kritisierte das Zustandekommen des Wahlergebnisses

"Die Zeiten politischer Einflussnahme auf den Sender über parteipolitisch gelenkte Stiftungsräte muss endlich vorbei sein", betonte sie.

 18:40

FPÖ-Mediensprecher Christian Hafenecker findet nach Wahl Weißmanns zum ORF-Chef harte Worte

"Nach dem Innen-, dem Justiz- und dem Finanzministerium krallt sich die türkise ÖVP in ihrem Machtrausch jetzt nach der 'Kronenzeitung' auch noch den ORF und setzt mit Roland Weißmann einen willfährigen Vollstrecker der türkisen 'Message-Control' als Generaldirektor ein. Die Grünen, als türkise Bettvorleger, machen gute Miene zum bösen Spiel und werden dafür mit zwei Direktorenpöstchen belohnt", so der FP-Abgeordnete.

 18:32

Das sagten ORF-Stiftungsratsvorsitzender Norbert Steger und der designierte ORF-Chef Roland Weißmann nach der Wahl.

Video zum Thema Pressekonferenz: Roland Weißmann zum ORF-Chef gewählt
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 18:01

Lockl: Wahl ein "Vertrauensvorschuss"

"Für uns ist die Unabhängigkeit des ORF zentral. Daher ist die Wahl heute ein Vertrauensvorschuss", erläuterte Lothar Lockl, der für die Grün-nahen Stiftungsräte spricht, die Entscheidung. Die Unabhängigkeit des ORF werde "für uns der Lackmustest sein", so Lockl. Es habe zwei Gründe für die Wahl Weißmanns gegeben: Ein wichtiger Punkt sei die Zusicherung für ein starkes Direktorenteam gewesen das aus kompetenten, parteiunabhängigen Persönlichkeiten bestehe. Der zweite Punkt sei die Digitalisierung. "Hier haben wir Handlungsbedarf im ORF", unterstrich Lockl. Dies sei Weißmann auch ein Anliegen gewesen.

 17:28

"Wie Grüne schauen zu". Wiener Grün-Politikerin Viktoria Spielmann kritisiert die eigene Partei

 17:15

Enttäuschung bei SPÖ-Stiftungsrat Lederer über Weißmann Wahl

"Man muss von einer Zäsur sprechen", reagierte SPÖ-"Freundeskreisleiter" Heinz Lederer unmittelbar nach der Wahl gegenüber Journalisten auf das Ergebnis. Die Anzahl von 24 Stimmen deute darauf hin, dass die "Checks and Balances" nicht mehr eingehalten würden. "Das ist eine bestehende Sorge", so Lederer. Man werde Weißmann keine 100 Tage Schonfrist geben, sondern sofort - und vor allem ab 16. September - mit "großer Aufmerksamkeit verfolgen, dass das Gesamtgefüge nicht verletzt wird". Und weiter: "Wir werden jede Gelegenheit nützen, um uns zu melden. Macht braucht Kontrolle", unterstrich Lederer mehrfach. Enttäuscht zeigte er sich von den Grünen, die allesamt für Weißmann stimmten.

 17:05

Stiftungsrat Thomas Zach zur Wahl von Roland Weißmann.

Video zum Thema Thomas Zach zur Wahl von Roland Weißmann als ORF-Chef
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 16:58

Pressekonferenz ist beendet

Weißmann und Steger verabschieden sich. Das war es von der Pressekonferenz des designierten ORF-Chefs.

 16:45

Journalisten-Frage: Änderungen im Digitalbereich?

"Wir stehen bereit und werden dafür laut lobbyieren", so Weißmann. Steger: "Wrabetz will Weißmann zu den Gesprächen zum Gebührenantrag dabei haben."

 16:37

Jetzt spricht der neue ORF-Chef Roland Weißmann

Er bedankt sich für das große Vertrauen, dass er zum neuen ORF-General bestellt wurde. Es sei ihm ein großer Ansporn und eine große Motivation. Er werde hart an seinen Plänen arbeiten. Weißmann bedankte sich bei Wrabetz, der ihm ein gut geführtes Haus übergeben habe. Die neue Aufgabe werde Weißman "mit großer Demut" übernehmen.

"Der ORF soll wieder mit tolle, spannende Programme in die Schlagzeilen kommen", so Weißmann. Er werde seinen Teil dazu beitragen.

Wrabetz steht dazu die Newsroom-Posten selbst noch zu besetzen. "Da sehe ich keine Front", so Weißmann, der da kein Problem darin sieht. Man werde auch in den nächsten Wochen auf Augenhöhe und professionell miteinander arbeiten. Wesentliche Entscheidungen will Alexander Wrabetz im nächsten Jahr mit dem neuen General absprechen, erklärt Stiftungsratsvorsitzender Steger.

 16:26

Wrabetz: "Viel Freude mit dem Neuen"

Der nun scheidende ORF-General Wrabetz reagierte in seinem ersten Statement enttäuscht. Er wünschte am Ende seiner kurzen Ansprache den anwesenden Journalisten "viel Freude mit dem Neuen". Die Regierung habe entschieden ihn abzusetzen und das habe der Stiftungsrat gemacht – das betonte er in seinem Statement immer wieder.

Warbetz weiter: Sein Nachfolger habe keine Erfahrung in der Geschäftsführung und es gehe jetzt darum, sein Wissen weiterzugeben. Abschließend bedankt er sich für den Rückhalt, den er in den vergangenen Monaten erhalten habe. Auf die Journalisten Frage, wie es bei Wrabetz jetzt weitergeht: "Ich mache jetzt bis 32.12. meine Arbeit und danach werden sie von mir hören."

 16:23

Stiftungsräte Zielina und Beilein begründen via Twitter ihr Wahlverhalten

 16:03

Josef Cap über die Wahl

Video zum Thema Josef Cap über die Wahl des ORF-Generaldirektors
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 15:47

ÖVP-Mediensprecher gratuliert Weißman und dankt Wrabetz

"Ich gratuliere Roland Weißmann zur Wahl zum ORF-Generaldirektor und wünsche ihm für die bevorstehenden Aufgaben alles Gute. Ein erfolgreicher ORF liegt in unser aller Interesse, dementsprechend wichtig ist es, dass die neue Generaldirektion die Weiterentwicklung des ORF vorantreibt. Alexander Wrabetz danke ich für seine Arbeit in den vergangenen Jahren", nimmt der Mediensprecher und Generalsekretär der neuen Volkspartei, Axel Melchior, Stellung zur Entscheidung des unabhängigen ORF-Stiftungsrates.

Melchior teilte in der Aussendung auch gegen die SPÖ aus: "Die SPÖ hat einmal mehr bewiesen, dass sie wie immer jemanden mit rotem Parteibuch an der Spitze des ORF wollte. Nur deshalb empört sich die SPÖ an der Entscheidung des Stiftungsrates, der nun einen Journalisten und Manager ohne Parteibuch zum neuen ORF-Chef gewählt hat."

 15:27

Neos: "Reformbedarf bleibt"

Anlässlich der heutigen Wahl des neuen ORF-Generaldirektors gratuliert NEOS-Mediensprecherin Henrike Brandstötter Roland Weißmann, mahnt aber auch einen verantwortungsvollen Umgang mit dieser wichtigen Position ein.

"Es liegt eine Fülle an Herausforderungen vor Roland Weißmann, der sein Amt mit dem Geruch des politischen Mauschelns antreten muss. Jetzt muss er beweisen, dass er den ORF in eine neue Zeit führen und ihn zukunftsfit aufstellen kann. Ein modernes Medienhaus braucht moderne Strukturen, die bis dato auf sich warten lassen. Um seinem öffentlich-rechtlichen Auftrag unabhängig nachkommen zu können, muss der ORF sich grundlegend erneuern", ist Brandstötter überzeugt und pocht darauf, dass Weißmann als erste Amtshandlung eine echte Strukturreform und Entpolitisierung anstößt und die Regierung die lange angekündigte Reform des ORF-Gesetzes endlich vorlegt.

 15:26

So reagiert die SPÖ

"Wie erwartet hat die ÖVP mit den Grünen als Steigbügelhalter die ORF-Wahl als seit Monaten abgemachten Deal durchgezogen. Offenkundig hat das Bundeskanzleramt mit Kanzler Kurz und Medienbeauftragtem Fleischmann schon im März 2021 die ‚Message‘ ausgegeben, wen die Stiftungsräte zu wählen haben, wie ein Bild von einem solchen Treffen zeigt", so SPÖ-Mediensprecher Jörg Leichtfried zur Wahl von Roland Weißmann als ORF-Generaldirektor.

Das Ziel von Kurz und Co. sei klar so Leichtfried: "Es geht um Kontrolle, darum, den ORF auf Linie zu bringen. Und die Grünen machen wieder einmal den willigen Steigbügelhalter", kritisiert Leichtfried. Eine große Verantwortung sieht Leichtfried nun beim neuen Generaldirektor Weißmann: "Er muss jetzt beweisen, dass für ihn die journalistische Unabhängigkeit des ORF und damit die Medienfreiheit insgesamt an erster Stelle steht."

 15:04

Weißmann ist neuer ORF-Chef!

Die Wahl ist beendet und die Stiftungsräte haben entschieden: Roland Weißmann ist der neue ORF-Generaldirektor. Roland Weißmann ist mit 24 Stimmen zum neuen ORF-Generaldirektor bestellt. Alexander Wrabetz erhielt 6 Stimmen, Lisa Totzauer 5, Thomas Prantner keine.

Laut ersten Berichten stimmten ÖVP-nahe Stiftungsräte, die drei Grünen im Stiftungsrat sowie Vorsitzender Norbert Steger für Weißmann.

 14:28

Jetzt ist die Wahl gestartet: Stiftungsräte stimmen ab

Wie oe24 erfuhr, stimmen in diesen Momenten die Stiftungsräte ab. Wie lange die Abstimmung dauert ist ungewiss, aber es wird demnächst ein Ergebnis erwartet.

 14:16

Hearings vor dem ORF-Stiftungsrat sind beendet

Die Hearings vor dem Stiftungsrat zur heutigen Wahl der ORF-Generaldirektion sind beendet. Mit einem Ergebnis ist nach der Abstimmung im 35-köpfigen obersten ORF-Gremium demnächst zu rechnen. Keiner der Kandidaten - bis auf ORF-Vize-Technikdirektor Thomas Prantner - zeigte sich nach dem Hearing den anwesenden Medienvertretern.

Der amtierende ORF-Chef Wrabetz erklärt in seinem Hearing vor den Stiftungsräten, dass er den künftigen ORF-Generaldirektor Weißmann bei der Übernahme der Amtsgeschäfte unterstützen werden.

 14:00

Wrabetz mit emotionaler Abschiedsrede

Wrabetz zählt seine Leistungen auf, hält eine emotionale Abschiedsrede und sagt, er wisse dass es vorbei ist, wie aus dem obersten ORF-Gremium zu hören ist.

 13:56

Voraussichtliches Ende 15.30 Uhr

Wie Insider gegenüber oe24 berichten, soll um etwa 15.30 Uhr abgestimmt sein und dann der neue ORF-Chef feststehen.

 13:49

Das Hearing von Wrabetz hat begonnen

Jetzt ist auch der letzte Kandidat im Sitzungssaal und präsentiert sein Programm und wird von den Stiftungsräten befragt. Danach folgt die Abstimmung.

 12:37

Jetzt beginnt das Hearing von Weißmann

Der Favorit für den Posten des ORF-Generals Roland Weißmann wird jetzt von den Stiftungsräten befragt. Danach kommt dann Wrabetz, bevor abgestimmt wird.

 12:16

Hearing von Totzauer läuft noch immer

Ein bißchen in die Länge zieht sich derzeit das Hearing von Lisa Totzauer. Sie wird weiterhin von den Stuftungsräten befragt.

 12:10

Auf Wikipedia ist Weißmann schon ORF-General

Da dürfte sich jemand einen Scherz erlaubt haben. Noch vor der Wahl hieß es in der Mobil-Version Wikipedias, dass Weißmann "Generaldirektor des Österreichischen Rundfunks" sei, wie in der Beschreibung unter seinen Namen stand. Kurz darauf war die Passage auch schon wieder gelöscht.

weißmann.PNG © Screenshot

 12:01

Lisa Totzauer ist dran

Jetzt ist Kandidatin Lisa Totzauer mit ihrem Hearing dran. Harald Thoma und Thomas Prantner haben ihre Befragungen bereits hinter sich. Nach Totzauer folgen also noch Weißmann und Wrabetz bevor es zur Abstimmung kommt.

 11:28

Jetzt spricht Thomas Prantner

oe24.TV hat ein erstes Statement von Kandidaten Thomas Prantner nach dem Hearing: "Die Digitalisierung mit Fokussierung auf Österreich" sei zentraler Punkt seiner Pläne, die er dem Stiftungsrat vorgelegt habe so Prantner. Er will den ORF "in ein modernes öffentlich-rechtliches Unternehmen umwandeln." Prantner sei mit dem klaren Vorsatz, dass er seine Ideen für einen modernen ORF präsentieren kann, in das Rennen gegangen und das sei ihm gelungen.

"Grundsätzlich hat jeder eine Chance gewählt zu werden", so Prantner angesprochen darauf, dass ein Kandidat im Vorhinein schon als Sieger gehandelt wurde. "Roland Weißmann ist ein langjähriger Kollege und ich schätze ihn sehr. Würde er gewählt werden, würde es mich sehr freuen", sagt Prantner im oe24.TV-Interview.

Zur GIS-Gebühr sagt Prantner: "Bevor man eine Gebühr erhöhen soll oder kann, soll man alle Sparpotenziale ausschöpfen." Das habe er in seinem Programm dem Stiftungsrat so vorgelegt. Bei der Online-Nutzung der TVthek geht es um das Überleben des ORF. Für die Schließung der "Streaminglücke" herrscht Konsens bei allen Bewerbern.

 10:49

Haslauer stellt Mitsprache der Länder infrage

Der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) stellt das gesetzlich vorgesehene Anhörungsrecht der Bundesländer bei der Bestellung der ORF-Landesdirektoren zur Debatte. Wie er in einem am Dienstag erschienenen Interview mit den "Salzburger Nachrichten" sagte, könne man - im Gegensatz zur Mitbestimmung bei anderen Führungspositionen - durchaus darüber diskutieren, "ob so eine gesetzliche Regelung überhaupt noch erforderlich und in unserer Zeit opportun ist".

Allerdings, so räumte Haslauer ein, sei es nicht ganz egal, was ein Landeshauptmann zum Besetzungsvorschlag für das Landesstudio Salzburg durch den neuen Generaldirektor oder die neue Generaldirektorin sage. Er werde ihn nicht einfach durchwinken. Rein formal habe er allerdings keine Möglichkeit, eine Bestellung zu verhindern. Auf keinen Fall werde es parteipolitische Überlegungen geben. Werde eine Persönlichkeit vorgeschlagen, "gegen die es fachlich keine Einwände gibt, dann werde ich mich auch nicht dagegen aussprechen".

 10:37

So sieht der Sitzungssaal aus

Ein Foto des Sitzungssaales kurz vor dem Beginn aufgenommen. Der Saal befindet sich im 6. Stock des ORF-Gebäudes. Hier haben sich die Stiftungsräte zu den Hearings und der Wahl versammelt. Die Sitzung hat bereits begonnen. Prantner ist dran.

APAORF-WAHL-21-SITZUNGSSAAL-=.jpg © APA/ROLAND SCHLAGER

 10:32

Thomas Prantner ist dran

Wie oe24 gerade aus dem Stiftungsrat erfuhr, findet jetzt gerade das Hearing von Thomas Prantner statt.

 10:13

Die Sitzung beginnt

So, jetzt ist es soweit: Die Stiftungsratssitzung hat begonnen und in Kürze starten die Hearings der Kandidaten – Thomas Prantner, Harald Thoma, Lisa Totzauer, Roland Weißmann und Alexander Wrabetz haben dann jeweils 20 Minuten Zeit. Gibt es Fragen aus dem Stiftungsrat, so muss diese jede(r) der fünf jeweils in fünf Minuten beantwortet haben. Die Hearings werden ca. 2,5 Stunden dauern.

orf.PNG © APA/Schlager

Auch Lothar Lockl, der für die Grün-nahen Stiftungsräte spricht, zeigte sich kurz. Es gebe tolle Konzepte und man warte nun die Sitzung ab, meinte Lockl. Zu einem türkis-grünen Deal wollte sich Lockl nicht äußern. Thomas Zach, Leiter des bürgerlichen "Freundeskreises" zeigte sich abwartend und verwies auf die im Gesetz vorgeschriebenen Prozesse. Zu einem aufgetauchten Screenshot einer Skype-Videokonferenz der ÖVP-nahen Stiftungsräte, die sowohl Gerald Fleischmann, Medienbeauftragten im Kanzleramt (ÖVP), als auch Weißmann zeigen, wollte er keinen Kommentar abgeben. Zuvor hatte es geheißen, sie wären nie zeitgleich bei einem Treffen der bürgerlichen Stiftungsräte gewesen.

 10:04

Alle ÖVP-Stiftungsräte stimmen für Weißmann

Wie oe24 nun erfahren hat, werden alle ÖVP-Stiftungsräte für Roland Weißmann stimmen. Nur Betriebsrätin Gudrun Stindl könnte sich für Totzauer entscheiden.

 10:01

SPÖ-"Freundeskreisleiter" Lederer: "Das Original ist besser als die Kopie"

Auf dem Weg zum Hearing im Stiftungsrat traten mehrere "Freundeskreisleiter" vor die wartenden Journalisten. "Das Original ist besser als die Kopie", warb SPÖ-"Freundeskreisleiter" Heinz Lederer für den amtierenden Generaldirektor Wrabetz. Er hofft, noch unabhängige Stiftungsräte für Wrabetz gewinnen zu können. Den Ausgang der Wahl sah er als "offen" an, "auch wenn die Auguren sagen, dass es in die eine Richtung geht". Er dankte den Bewerbern für die vielen Einzelgespräche und Präsentationen in der Öffentlichkeit. Dafür müsse man ihnen Lob zollen.

 10:00

Stiftungsrat-Sitzung verzögert sich etwas

Die Sitzung sollte pünktlich um 10 Uhr beginnen. Die Stiftungsräte haben aber noch nicht im Saal Platz genommen. Lange kann es aber wohl nicht mehr dauern.

 09:38

Grüne stimmen mit der Koalition

Für Aufregung sorgte bereits im Vorfeld die Meldung, dass die drei Grünen-Stiftungsräte mit der Koalition und für Weißmann stimmen werden. Dafür bekommen sie zwei Direktoren-Posten, nämlich den Kaufmännischen Direktor und den Fernseh-Direktor (ehemals Programm-Direktor).

 09:36

Einschätzung: Weißmann wird zwischen 23-24 Stimmen bekommen

Nach neuesten Insider-Einschätzungen wird Roland Weißmann sogar zwischen 23-24 Stimmen bekommen. Das heißt, dass heute ein klarer Sieg für ihn erwartet wird. Wrabetz soll seinen engsten Vertrauten bereits eingestanden haben, dass da nichts mehr zu holen sei.

 09:26

So werden die FPÖ-Stiftungsräte abstimmen

Wie oe24 bereits erfuhr, wird der FPÖ-Stiftungsratsvorsitzende Norbert Steger für Weißmann abstimmen. Die anderen drei FPÖ-Stiftungsräte werden ihre Stimme Lisa Totzauer geben. Das sei gestern Abend noch mit FPÖ-Chef Herbert Kickl persönlich so akkordiert worden.

 09:15

So viele Stimmen braucht es für eine erfolgreiche Wahl

Für eine Mehrheit im ORF-Stiftungsrat braucht es 18 Stimmen. Die Mitglieder werden von Regierung (9), Parlamentsparteien (6), Bundesländern (9), ORF-Publikumsrat (6) und Zentralbetriebsrat (5) beschickt und sind - abgesehen von einzelnen Ausnahmen - in parteipolitischen "Freundeskreisen" organisiert.

 09:15

Offene Abstimmung

Die Wahl findet im obersten ORF-Gremium in offener Abstimmung statt. Als aussichtreichste Bewerber galten der amtierende ORF-Chef Alexander Wrabetz, ORF1-Channelmanagerin Lisa Totzauer und Roland Weißmann, der auf Basis der türkisen Unterstützung bald die Favoritenrolle übernahm. Daneben bewarb sich aus dem ORF auch noch der stellvertretende Technik-Direktor Thomas Prantner.

 09:13

Neos sehen Reform-Bedarf beim ORF

Das Gezerre rund um die ORF-Wahl zeige Reformbedarf auf, hielt NEOS-Mediensprecherin Henrike Brandstötter in einer Aussendung fest. Die Bestellung der Leitung müsse auf neue, transparente und unpolitische Beine gestellt werden. "Die Frage nach der Zukunft des öffentlich-rechtlichen Fernsehens ist zu wichtig, als dass wir sie dem System Kurz überlassen dürfen", so Brandstötter. Die NEOS fordern eine Gremienreform. Aus dem obersten ORF-Stiftungsrat solle eine "echte Hauptversammlung" werden. "Diese setzt sich durch geloste Personen aus der Bevölkerung, Repräsentantinnen und Repräsentanten von Institutionen der Zivilgesellschaft und einer Person pro Parlamentsklub zusammen und sorgt für eine transparente und faire Bestellung. Damit nicht mehr nur zählt, wen man kennt, sondern was man kann", skizzierte Brandstötter.

 09:04

Der Zeitplan der Wahl

Die Sitzung startet um 10 Uhr: Steger will pünktlich anfangen – dann geht es um Organisatorisches. Nach wenigen Minuten soll das Hearing beginnen.

Hearing: 5-mal 20 Minuten: Beim Hearing bekommen Thomas Prantner, Harald Thoma, Lisa Totzauer, Roland Weißmann und Alexander Wrabetz dann jeweils 20 Minuten Zeit. Gibt es Fragen aus dem Stiftungsrat, so muss diese jede(r) der fünf jeweils in fünf Minuten beantwortet haben. Stegers Rechnung: „Fünfmal 30 Minuten – das sind dann zweieinhalb Stunden.“

Wahlbeginn kurz vor 13 Uhr: Steger will dann sofort den 1. Wahlgang starten. Die Wahl erfolgt – offen – per Wahlzettel. Warum? „Die Stiftungsräte können für die Wahl haftbar gemacht werden – es muss also nachvollziehbar sein, wer wen gewählt hat!“

Wahlgänge: Erreicht hier Weißmann erwartungsgemäß gleich eine Mehrheit, ist die Sache gelaufen – ansonsten wird so lange gewählt, bis es eine Mehrheit von 18 Stimmen gibt. Wen er wählen wird? Steger, listig: „Ich wähle den neuen Generaldirektor.“ Zwischen 13 und 14 Uhr wird der neue Chef fix sein.

 09:03

Willkommen zum oe24-LIVE-Ticker!

Heute wird der neue ORF-Generaldirektor gewählt. Im oe24-LIVE-Ticker halten wir sie auf dem aktuellsten Stand der Dinge um die neue Besetzung des Top-Jobs im ORF.