Nach Brandkatastrophe

Neues Sozialzentrum in Egg eröffnet

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Die ersten Bewohner sollen schon am Montag in das neue Heim ziehen.

Mehr als dreieinhalb Jahre nach der Brandkatastrophe im Seniorenheim in Egg (Bregenzerwald) mit zwölf Toten ist am Sonntag mit einem Festakt und einem Tag der offenen Tür das neue Sozialzentrum der Gemeinde eröffnet worden. Das Sozialzentrum wurde am ehemaligen Standort des Seniorenheims errichtet, das nach dem Feuer am 8. Februar 2008 "sowohl aus baulichen als auch aus Pietätsgründen" (Bürgermeister Norbert Fink) abgerissen worden war. Unter den Bewohnern des Sozialzentrums wird auch eine 86-jährige Frau sein, die die Brandkatastrophe überlebt hat.

30 Pflege-Betten und betreutes Wohnen
Das neue Sozialzentrum ist als Pflegeheim mit 30 Betten und einem angegliederten Bau für betreutes Wohnen angelegt. Im Erdgeschoß befinden sich Büroräume des Mobilen Hilfsdienstes und des Krankenpflegevereins, außerdem ein Restaurant sowie die heimeigene Kapelle. Ein in der Kapelle angebrachtes großes Kreuz sowie zwei Heiligen-Figuren stammen noch aus dem alten Haus. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf 11,1 Millionen Euro.

Sowohl Fink als auch Landeshauptmann Herbert Sausgruber (ÖVP) nahmen die Eröffnung des Sozialzentrums zum Anlass, um an das tragische Brandunglück zu erinnern und den Opfern zu gedenken. Mit dem Neubau seien die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt, erklärte Fink. "Das Haus wird hilfebedürftigen älteren Menschen ein Altern in Würde in familiärer Atmosphäre ermöglichen", zeigte sich der Bürgermeister überzeugt.

Die ersten Bewohner des neuen Sozialzentrums werden morgen, Montag, ihr neues Zuhause beziehen. Um ihr Wohl kümmern sich insgesamt 25 Pflegefachkräfte. Sausgruber betonte, dass die Bedürfnisse der älteren Menschen im neuen Haus optimal berücksichtigt seien.

Zigarette löste verheerenden Brand aus
Am Abend des 8. Februar 2008 war im Pflege- und Seniorenheim St. Vinzenz Feuer ausgebrochen, den Brandermittlungen zufolge entstand es durch Zigarettenreste in einem Mistkübel im ersten Stock. Die Flammen griffen rasch auf andere Räume über, es entwickelte sich starker Rauch. Zwölf der insgesamt 24 Bewohner - großteils pflegebedürftige Senioren - starben an Rauchgasvergiftung. Fünf weitere Bewohner wurden verletzt, einige davon lebensgefährlich.

Die Staatsanwaltschaft Feldkirch stellte die Ermittlungen wegen fahrlässiger Herbeiführung einer Feuersbrunst mit Todesfolge nach über einem halben Jahr Ermittlungsarbeit ein. Es habe sich um ein tragisches Unglück gehandelt, für das niemand strafrechtlich verantwortlich sei, hieß es. Nach dem schweren Unglück wurden alle Seniorenheime Vorarlbergs überprüft und die Brandschutz-Standards verbessert.

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