Personalstreit

Bildungsminister verabschiedet widerspenstigen PH-Baden-Chef

Die Amtsperiode des Vorsitzenden des Hochschulrates der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich, Norbert Pachler, wird nicht verlängert.

Die Funktionsperiode des Hochschulrats der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich läuft mit 31. März 2026 aus. Norbert Pachler, Professor an der University of London und aktueller Vorsitzender des Gremiums, hatte sich im Dezember um eine weitere Periode beworben – und wurde jetzt abgelehnt.

Zu den Umständen an der PH Baden: In einem jetzt anonym aufgetauchtem Dokument ist die Rede von "Dämonisierung des Rektors", gezielter "Spaltung der Mitarbeiter" und "Attacken mit rechtlichen Spitzfindigkeiten". Der aktuelle Rektor Rauscher war im Vorjahr vom Bildungsministerium abberufen worden – angeblich wegen fingierten Lehrveranstaltungen. Hinter den Kulissen brodelt es gewaltig: Lehrende berichten von schweren Konflikten, Klagsandrohungen und einem "enormen Leidensdruck". Hochschulrat-Chef Norbert Pachler, um den es jetzt auch geht, warnt, die Streitigkeiten gingen auf Kosten der Studierenden – der normale Betrieb sei kaum mehr aufrechtzuerhalten.

Norbert Pachler.

Norbert Pachler.

© University of London

Amtsinhaber soll Anforderungen nicht erfüllen

"Krieg an der Pädagogischen Hochschule Baden"

Zuletzt sei ihm, Pachler, Post aus dem Bildungsministerium ins Haus geflattert: Er erfülle die Kriterien nicht, heißt es darin – gezeichnet von Sektionschefin Margareta Scheuringer. Pachler zeigt sich fassungslos: "Wie das möglich ist, dass ich im Moment die Funktion des Vorsitzenden innehabe, obwohl ich die Kriterien laut Ministerium nicht erfülle, weiß ich nicht."

Pachler: "Einfluss auf Ausschreibungskriterien genommen"

Bildungsminister verabschiedet widerspenstigen PH-Baden-Chef
© PH Baden

Gegenüber dem Kurier hatte Pachler zuletzt das Vorgehen des Dienststellenausschusses scharf kritisiert. "Seit über einem Jahr ist normales Arbeiten nicht möglich, weil der Dienststellenausschuss alle Entscheidungen des Rektorats unterminiert", sagt er. Auch habe die Hochschulsektion versucht, Einfluss auf die Ausschreibungskriterien zu nehmen.

Ob sein Ausscheiden mit seiner öffentlichen Kritik zusammenhänge? "Es hat vielleicht etwas damit zu tun. Aber ich glaube, es hat mehr damit zu tun, dass es dem Ministerium nicht gepasst hat, dass ich mich so für das Haus eingesetzt habe." Als Auslandsösterreicher habe er das Bildungswesen bestmöglich unterstützen wollen – "dass das nicht mehr erwünscht ist, da kann man nichts machen".

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