Bruder von mutmaßlichem Mörder auch in Haft: Raubüberfälle

Mädchenmord in Wiener Neustadt

Bruder von mutmaßlichem Mörder auch in Haft: Raubüberfälle

Yazan A. sitzt in der Justizanstalt Wiener Neustadt ein - sein Bruder ist in unmittelbarer Nähe von ihm. 

Am Sonntag wurde ihre mit Laub bedeckte Leiche im Park entdeckt. Die Obduktion hat ergeben: Sie wurde erstickt. Ob sie mit einem Schal oder Tuch erdrosselt oder mit bloßen Händen erwürgt wurde, soll der schriftliche Obduktionsbefund Ende der Woche ergeben „Der Tod durch Ersticken ist aber fix“, so der zuständige Staatsanwalt Markus Bauer. Am Dienstagnachmittag wurde U-Haft gegen den verdächtigen 19-jährigen Syrer Yazan A. verhängt. Er sitzt in der Justizanstalt Wiener Neustadt. Auch sein Bruder ist in Haft. Dieser wurde im Vorjahr straffällig und verbüßt eine Haftstrafe wegen schweren Raubes.
 

Geständnis liegt vor

Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt hat am Mittwoch klargestellt, dass im Fall des 19-Jährigen, der eine 16-Jährige ermordet haben soll, ein Geständnis vorliegt. In einem von der Polizei aufgenommenen Protokoll habe der Verdächtige die Tat eingeräumt, ohne Verteidiger danach aber nichts mehr gesagt und schließlich die Unterschrift verweigert, sagte Sprecher Erich Habitzl.
 
"Es kommt immer wieder vor, dass es sich Verdächtige im Rahmen der Vernehmung überlegen und nicht unterschreiben", hielt Habitzl fest. Dies ändere nichts daran, "dass für uns ein Geständnis existiert". Vor Gericht sei dies freilich "eine Frage der Beweiswürdigung", räumte der Sprecher ein.
 
Rechtsanwalt Andreas Reichenbach, der Verteidiger des Beschuldigten, hatte am Dienstag erklärt, dass kein unterschriebenes, gültiges Protokoll und damit kein verwertbares Geständnis seines Mandanten vorliege. Aktuell gebe es keine Angaben des jungen Mannes zu den Vorwürfen.
 
Der Staatsanwaltschaft zufolge wird es in den kommenden Tagen weitere Einvernahmen des 19-Jährigen geben. "Das Ermittlungsverfahren ist noch lange nicht abgeschlossen", sagte Habitzl. Über den Syrer wurde am Dienstagnachmittag die Untersuchungshaft verhängt.
 

Kerzenmeer angekündigt

Für Samstagabend wurde von "Wiener Neustadt trauert" über Facebook ein "Kerzenmeer für Manuela K." angekündigt. Die Route des Trauermarschs soll ab 19.00 Uhr vom Bahnhofplatz bis zur Mariensäule (Hauptplatz) in Wiener Neustadt führen, wo Kerzen abgestellt werden sollen. Auch für die Begräbniskosten werden Spenden gesammelt.
 
© privat
 
Hinter der für den kommenden Montagabend angekündigten Veranstaltung soll die Plattform "Unbequem" stecken, die sich selbst als "unabhängiges, heimattreues Informationsmedium" bezeichnet. In einem Facebook-Posting von "Unbequem" anlässlich der Bluttat wurde gefordert: "Schluss mit der Massenzuwanderung! Schluss mit falscher Toleranz! Grenzen schließen und Ausländerrückführung jetzt!"
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