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Kilb in NÖ

Das Dorf, in dem es komplett dunkel wurde

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Kurios: Ausgerechnet ein kleines Mostviertler Dorf bekam das Europa-Blackout am heftigsten zu spüren.

Samstagabend im Kilber Veranstaltungszentrum K-4: Das Konzert der Waldviertler Partie "Stoahoat & Bazwoach“ war noch mitten im Gange, als auf einmal alles dunkel wurde. Stromausfall.

Rund 300 Konzertbesucher dachten zunächst an einen Scherz. "Die Musiker sind einfach von der Bühne gesprungen und haben 'unplugged' weitermusiziert“, erzählt Gabi Heinreichsberger. "Die Stimmung war super, Kerzen wurden angezündet und es war richtig romantisch“, lobt die Kilberin die Flexibilität der Musiker und Veranstalter. Dass der Saal 13 Minuten später wieder hell erleuchtet war, sei fast schade gewesen.

Holzofenromantik
Im Haus von Anton Reiter im zwei Kilometer entfernten Grub saß gerade eine gemütliche Herrenrunde zusammen. " Teeparty heißt das bei uns“, erzählt der Mittfünfziger. Plötzlich die Dunkelheit. Verzweifelt habe er eine Taschenlampe gesucht, schließlich habe er mit einem Feuerzeug den Raum ausgeleuchtet und versucht, den Holzofen einzuheizen. „Als es endlich gelungen ist, war eh alles wieder vorbei“, sagt er. „Aber es ist schon unheimlich, wie sehr man vom Strom abhängig ist.“

Disco ohne Musik
Eine Meinung, die Wirtin Angela Umberger nur unterstreichen kann. "Wir haben eine Disco, die am Samstagabend immer recht gut besucht ist. Komisch, wenn auf einmal Musik und Licht ausfallen. Aber die Leute haben cool reagiert und sich zusammengekuschelt. Auch wir haben Kerzen angezündet.“

Im angrenzenden Restaurant gab’s für kurze Zeit keinen Kaffee. " Aber um die Zeit mag ja eh fast keiner mehr einen", so Umberger gelassen. Ein kurzes Blackout gab es auch für das kollektive Fernsehschauen im Gasthof Pieber. "Dann reden die Leute wenigstens miteinander, das ist mir eh lieber", meint die honorige Wirtin.

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