Nach einer jahrelangen Diskussion mit vielen Einsprüchen von Bürgerinitiativen, Umweltorganisationen und Gemeinden ist seit Jänner klar, dass die neue Donaubrücke Mauthausen unter Auflagen gebaut werden darf. Einzelne Grundeigentümer wehren sich aber.
Die neue Donaubrücke Mauthausen wird die Bezirke Amstetten in Niederösterreich und Perg in Oberösterreich verbinden und die bestehende Fachwerkbrücke entlasten. Diese alte Donaubrücke wird nun saniert. Im Mai 2028 muss sie für etwa drei Monate gesperrt werden, danach beginnt der Bau der neuen Brücke.
Der Fahrplan
Dafür sind vier Jahre kalkuliert. In der Zwischenzeit muss man sich noch mit den Grundeigentümern einigen. Das Prozedere sei klar geregelt, sagt der Leiter der Abteilung Landesstraßenbau und Verwaltung Rainer Irschik. Zuerst gebe es eine Informationsveranstaltung, wo jeder Grundeigentümer zur selben Zeit Informationen erhalte und dann mehrere Einzelgespräche. „Beim ersten werden grundsätzlich Informationen über die Bewirtschaftung eingeholt, beim zweiten gibt es die Vorlage eines konkreten Gutachtens, das alle Details berücksichtigt und letztendlich kommt es dann noch zu einem Letztgespräch, wenn notwendig, wo man versucht, die Grundeigentümer zu überzeugen“, so Irschik.
35 private Grundeigentümer betroffen
In Niederösterreich sind 35 private Grundeigentümer betroffen. Mit einer Handvoll, so hört man aus Insiderkreisen, soll es schwierig sein. Sie legen sich derzeit, was einen Verkauf betrifft, noch quer. '"Wir versuchen jetzt einmal alles mögliche zu tun und zu besprechen, dass diese Akzeptanz da ist, aber letztendlich gibt es bei öffentlichem Interesse natürlich auch eine Möglichkeit, das durchzusetzen. Das ist mit dem Bescheid jetzt bekundet und auf Basis dessen kann der Projektwerber bei der Behörde eine Enteignung einleiten“, so Irschik.
Enteignung sei "letztes Mittel“
Doch das sei das letzte Mittel, wird betont. In vielen Fällen würden Grundeigentümer letztendlich doch zustimmen, weil sie bei einer Enteignung, wegen fehlender Zuschläge, in der Regel weniger Geld bekommen, heißt es. Zu einer Bauverzögerung soll es durch mögliche Enteignungen nicht kommen. Die neue Donaubrücke wird unter Auflagen realisiert. Eine Auflage betrifft etwa den Tierschutz. Mittels Lärmschutzwand soll für den Mittelspecht im westlichen Bereich südlich der Donau ein Ersatzlebensraum geschaffen werden.