In Ebreichsdorf gehen derzeit jene zehn Windkraftanlagen in Betrieb, die seit mehr als zehn Jahren geplant sind. Bei einer Volksbefragung 2014 sprach sich eine knappe Mehrheit von 57 Prozent der Bevölkerung für die Anlagen in Ebreichsdorf und Unterwaltersdorf aus. Heute sieht es freilich anders aus.
Heftige Bürgerproteste regen sich derzeit in Ebreichsdorf und Unterwaltersdorf. Im Ebreichsdorfer Gemeinderat wurde nämlich am 28. Jänner 2026 ein WEITERER Grundsatzbeschluss zur Einleitung einer Flächenumwidmung für WEITERE elf Windräder und eine ca. 7.000 Quadratmeter große Photovoltaikanlage beschlossen. Alle Fraktionen außer der FPÖ stimmten für den Beschluss. In einer Aussendung sieht die FPÖ darin einen "massiven Angriff auf das Landschaftsbild und die regionale Lebensqualität".
Ebreichsdorf: Bürger stehen gegen neue Windkraftanlagen auf
Besonders kritisch bewertet die FPÖ die geplante Photovoltaikanlage, die laut den Freiheitlichen wertvollen Boden für die Landwirtschaft versiegeln würde. "Es ist ein ökologischer Widerspruch, im Namen des Klimaschutzes unsere fruchtbarsten Äcker mit Glas und Stahl zuzubauen“, betont FPÖ-Stadtrat Markus Gubik. "Unsere Bauern brauchen diese Flächen zur Lebensmittelproduktion.“
SPÖ-Kuchwalek: "nicht einmal Versiegelung"
SPÖ-Planungsstadtrat Harald Kuchwalek widerspricht Gubik, was die Versiegelung betrifft: "Für Freiflächenanlagen werden sogenannte Aufständerungssysteme verwendet, die auf Rammfundamenten oder Erdschrauben basieren. Es handelt sich eben um keine Versiegelung, da auf Betonierungen verzichtet werden kann und unter den PV-Modulen weiter Gras wächst oder – wie bei Agri-PV – weiterhin landwirtschaftliche Produktion möglich ist“, so Kuchwalek.
ÖVP-Riegler: "sehr geeigneter Standort"
"Wir als Volkspartei Ebreichsdorf bekennen uns klar zu erneuerbaren Energien und einer verantwortungsvollen Nutzung dieser neu geschaffenen Ressourcen“, so die ÖVP-Stadtparteiobfrau Katharina Riegler. "Der vorgesehene Standort für den Bau der Windkraftanlagen erscheint uns als sehr geeignet und stellt nach unserer Einschätzung keine Beeinträchtigung des Landschaftsbildes dar. Hinsichtlich der Photovoltaikanlage ist es unserer Ansicht nach wichtig, die Entscheidungsfreiheit jedes Grundstückseigentümers zu respektieren, wie er mit seinem Eigentum verfahren möchte“, so die ÖVP-Gemeinderätin.
Grüne-Krycha: "Wort 'Klimaschutz' löst 'Nein-Reflex' der FPÖ aus
"Wir müssen uns landesweit entscheiden, ob wir auf unsere eigene Stromversorgung setzen wollen oder die Abhängigkeit von Energieimporten verstärken“, so die Grüne Umweltgemeinderätin Hannelore Krycha. "Sorgen um übermäßige Bodenversiegelung und Sicherung der Nahrungsgrundlagen verstehen wir sehr gut. Dennoch überlassen wir unseren Landwirten die unternehmerische Freiheit, über ihren eigenen Grund und Boden zu entscheiden – gerade, wenn damit ein Nutzen für die Allgemeinheit entsteht. Es ist schade, dass anscheinend das Wort ‚Klimaschutz‘ den ‚Nein-Reflex‘ der FPÖ Ebreichsdorf ausgelöst hat.“
So geht es jetzt weiter
Im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfungen wird nzn festgestellt, ob die vorgeschlagenen Flächen überhaupt geeignet sind. Dies, zumal Ebreichsdorf Teil des Europaschutzgebietes "Feuchte Ebene – Leithaauen" ist. Es gebe "verbindliche Vorgaben, vorrangig minderwertige Böden oder bereits versiegelte Flächen zu nutzen“, so so Andreas Goldberg von den NEOS.