Mit smarter Technik und künstlicher Intelligenz lässt sich nicht nur das Netz effizienter steuern, auch die Stromkosten lassen sich langfristig senken.
In Niederösterreich, wo Windkraft und Photovoltaik im Vormarsch sind, wird die schwankende Stromproduktion zur zunehmenden Herausforderung. An sonnigen und windreichen Tagen nämlich entsteht mehr Strom, als die Leitungen transportieren können. Die Folge: Die betroffenen Kraftwerke müssen heruntergefahren werden, weil das Netz überlastet ist. Um solche Spitzen abzudecken, wären eigentlich neue Leitungen nötig. Planung und Bau dauern dahingehend aber oft Jahre und treiben die Kosten massiv in die Höhe.
Genau hier setzt die Energieversorgung Niederösterreich (EVN) mittels künstlicher Intelligenz an. Kleine, silberne Sensoren - kaum größer als 20 Zentimeter - werden per Drohne direkt an Stromleitungen montiert. Sie messen laufend die Temperatur der Kabel. Wichtig: Kühle Leitungen können deutlich mehr Strom transportieren. Bei starkem Wind steigt die Kapazität um bis zu 70 Prozent. Mithilfe von KI wird der Strom gezielt dorthin geleitet, wo gerade mehr Spielraum ist. Das entlastet das Netz und spart teuren Ausbau. Ein Vorteil, der sich langfristig auch bei den Netztarifen bemerkbar machen soll.
Aber auch in den Haushalten spielt KI eine immer größere Rolle. Rund 800.000 Smart Meter liefern wichtige Daten zur Netzqualität. Eine spezielle Software erkennt damit frühzeitig Spannungsschwankungen und mögliche Störungen. So können Techniker eingreifen, noch bevor es zu Ausfällen kommt. Allein im vergangenen Jahr wurden dadurch gut 1.500 Problemstellen rechtzeitig entdeckt. Das reduziert Reparaturkosten und macht das Stromnetz stabiler.