Während die Spritpreise in Österreich durch die Decke gehen, atmen Autofahrer in Kroatien auf. Dank eines staatlichen Preisdeckels bleibt das Tanken dort trotz der globalen Krise überraschend günstig.
Die Spritpreise in Österreich sind am Mittwoch erneut kräftig gestiegen, während Autofahrer im Nachbarland Kroatien deutlich weniger bezahlen. Eine Entlastung für heimische Autofahrer ist jedoch in Sicht: Ab Donnerstag, 12:00 Uhr greift die neue Spritpreisbremse, die für eine Senkung von 10 Cent pro Liter sorgen soll.
Aktuelle Bilder eines Leserreporters vom Mittwoch zeigen: In kroatischen Städten kostet der Liter Superbenzin (Eurosuper 95) derzeit 1,620 Euro, während für Eurodiesel 1,730 Euro fällig werden.
Spritpreise von heute in einer kroatischen Stadt.
Auf den Autobahnen ist es mit 1,66 Euro für Super und 1,90 Euro für Diesel zwar teurer, aber immer noch ein Schnäppchen im Vergleich zu Wien. Laut dem kroatischen Automobilclub HAK variieren die Preise je nach Tankstelle, wobei Autobahnstationen traditionell am teuersten sind. Grund für die niedrigen Preise ist ein staatlicher Preisdeckel, den Kroatien infolge des Iran-Krieges und der Sperre der Straße von Hormus eingeführt hat.
Die Spritpreise von heute auf einer kroatischen Autobahn.
Vergleich Kroatien - Österreich
- Kroatien Stadt: Superbenzin (Eurosuper 95) derzeit 1,620 Euro – Österreich zuletzt um die 1,90 Euro/Liter.
- Kroatien Stadt: Eurodiesel 1,730 Euro – Österreich zuletzt knapp unter 2,25 Euro.
Sprit-Wahnsinn in Wien
In Österreich sieht die Lage am Mittwoch dramatisch aus. An einer Tankstelle im ersten Wiener Bezirk kletterte der Dieselpreis auf 2,289 Euro pro Liter. Superbenzin wurde um sechs Cent erhöht und kostet dort nun 1,959 Euro. Der ÖAMTC meldete zuletzt einen bundesweiten Schnitt für Diesel von knapp unter 2,25 Euro. Bei Super waren es laut Spritpreisrechner zuletzt etwa um die 1,90 Euro/Liter. Die Schließung der Straße von Hormus, durch die ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung fließt, sorgt auf dem für Österreich relevanten Mittelmeermarkt für massive Preissprünge.
Spritpreisbremse ab 2. April
Die österreichische Bundesregierung reagiert nun mit einer Spritpreisbremse. "Wir werden nicht verhindern können, dass die Spritpreise international weiter steigen", sagte Wirtschafts- und Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP). "Aber wir können verhindern, dass die Inflation ungebremst durchrauscht." Das Senken der Spritpreise um 10 Cent je Liter soll die Inflation demnach um rund einen viertel Prozentpunkt reduzieren.
"Die befristete Senkung der Mineralölsteuer um 5 Cent hat einen dämpfenden Effekt auf die Treibstoffpreise und sorgt dafür, dass die zusätzlichen Umsatzsteuer-Einnahmen aufgrund der gestiegenen Spritpreise wieder den Autofahrern und Autofahrerinnen zu Gute kommen", so Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ). Staatssekretär Josef Schellhorn (NEOS) pochte indes auf den Abbau von Abhängigkeiten: "Dauerhafte Preisstabilität erreichen wir nur durch Energiesouveränität und den raschen Ausbau erneuerbarer Energien in Europa."