Traiskirchen

Jetzt droht Flüchtlings-Aufstand

Die Lage in Traiskirchen ist explosiv. Ein breiter Aufstand der Asylwerber droht.

Knapp 4.000 Asylwerber befinden sich derzeit im Flüchtlingslager in Traiskirchen, rund 1.500 sind obdachlos. Die Stimmung unter den Flüchtlingen heizt sich derzeit mit jedem Tag mehr auf. Bürgermeister Andreas Babler (SPÖ) beschreibt die Zustände: „Das ist ein humanitärer Notstand. Fünf Monate alte Kinder schlafen im Freien, die Sanitäranlagen sind dauernd verstopft. Das Ministerium lässt die Situation eskalieren.“

Viele Flüchtlinge beklagen das kaum genießbare Essen. Manche sind auch schlicht uninformiert: Sie wissen nicht, wo sie Medikamente oder Rechtsberatung bekommen.

Diashow: Asylwerber wehren sich

Vor diesem Hintergrund gingen am Montagabend rund 400 Flüchtlinge, Aktivisten und Anrainer auf die Straße. Die Stimmung war explosiv, immer wieder kam es zu einem Gerangel mit der Polizei. Die Badner Bahn wurde kurzfristig blockiert. Die Polizei nahm eine Person fest. Für Sonntag ist eine weitere Demonstration geplant. Rechte wollen am Samstag gegen die Flücht­linge mobilmachen.

Babler schreibt offenen Brief an Bürgermeister
Entlastung sollen die neuen Verteilerzentren bringen, doch noch ist davon nichts zu spüren. Am Dienstag unterschrieb die ÖVP-Innenministerin Johanna Mikl-Leitner ein Abkommen mit der Slowakei, nach dem 500 Flüchtlinge aus Österreich in der Slowakei betreut werden sollen. Doch das Um und Auf sind nach wie vor genügend Länderquartiere. Babler wandte sich am Dienstag in einem offenen Brief an seine Bürgermeisterkollegen. „Ich ersuche dich, zu helfen“, schrieb er. Quartiere könnten den Menschen „ein wenig Würde zurückgeben“, so Bablers Hilfeschrei.

ÖSTERREICH: Was haben Sie bei Ihrem Besuch im Lager erlebt?
Michael Landau: Es ist eine bedrückende Situation, die einen persönlich trifft. Es gibt Mütter mit kleinen Kindern, die im Freien übernachten. Ich habe das Gefühl, der Zustand wird nicht besser, sondern schlechter.

ÖSTERREICH: Was muss jetzt geschehen?
Landau: Die Politik muss von der Solidarität der Menschen lernen.



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