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Lobau-Besetzern droht Klagsflut

Lobau-Besetzung: Niemand will verhandeln. Die Polizei wird den Naturschutzpark nicht räumen, dafür werden jetzt Klagen vorbereitet.

NÖ, Wien. Seit Montag blockieren Autobahn-Gegner die Bohrmaschinen im Naturschutzpark Lobau. 18 Sondierbohrungen in 60 Meter Tiefe sollen den Untergrund erkunden. Die daraus gewonnen Daten sind wichtig für die Vorbereitungen zum Bau des geplanten Lobau-Tunnels. Er soll die Lücke des Regionenrings um Wien schließen.

Kein Polizeieinsatz. Bürgermeister Michael Häupl (SP) machte gestern klar: „Ich bin strikt dagegen, dass Polizisten die Aktivisten aus der Lobau abführen.“ Vorerst werde nichts passieren, bestätigt auch die Autobahnbetreibergesellschaft Asfinag. Weitere Gespräche mit den Demonstranten schließt Häupl aus. „In der Lobau demonstriert eine bunte Mischung internationaler Berufsaktivisten. Warum soll ich mit Leuten aus Hamburg oder London reden“, erklärt Häupl. Tatsächlich kommen einige Aktivisten – vor allem von Greenpeace – aus dem Ausland, wie es sich bei einem ÖSTERREICH-Lokalaugenschein bestätigte.

„Das wird teuer“. „Es kann nicht sein, dass 35 Personen den Wunsch von Millionen Autobahnbefürwortern verhindern“, meint Häupl. Und jetzt verriet er, wie man die Aktivisten davon abhalten will, die Bauarbeiten weiter zu behindern: „Wir werden alle juristischen Mittel ausschöpfen. Das wird für alle Aktivisten in der Lobau sehr teuer.“ Immerhin halten sich die Autobahngegner illegal im Naturschutzpark Lobau auf. Bei Verwaltungsstrafen, die nur wenige Euro ausmachen, werde es nicht bleiben, betonte Häupl gegenüber ÖSTERREICH.

Kinder vor Baugeräten. Ablehnung zeigen Häupl, Wiens Forstdirektor sowie die FPÖ gegenüber jenen Autobahngegnern, die sogar ihre Kleinkinder in die Lobau mitnehmen: „Sie halten die Kinder vor und unter die Baumaschinen.“

NÖ-Landeshauptmann Erwin Pröll (VP) will sich in die Debatte nicht einmischen: „Das muss alles in Wien geregelt werden“.

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