Mord Edlitz Banker Emma Sch.

Niederösterreich

Mord-Banker: Totaler Absturz eines Überfliegers

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Über das Motiv für den Mord an einer 85-Jährigen kann sich (noch) niemand einen Reim machen.

Der Mann machte nicht einfach nur Karriere, ist nicht irgendeiner von vielen sogenannten Top-Bankern, der 61-Jährige gehört zweifelsfrei zur Crème de la Crème der Finanzwelt. Aufgestiegen vom Leiter der Filiale des Branchenprimus am noblen Graben in der Wiener City, abgeworben und aufgestiegen bis zum Direktor für die Betreuung besonders betuchter Kunden bei einem Konkurrenz-Institut. Erst ab einem Kontostand von einer Million Euro bekam man Zutritt ins edle Büro des „Private Banking“-Spezialisten in Wien-Mitte. Der promovierte Manager galt als Garant für die Mehrung von Vermögen.

Mordverdächtiger 
war Gerichtsgutachter

Jetzt wurde am Krankenbett die U-Haft über ihn verhängt, er gilt als dringend mordverdächtig, soll am Montag seine Kundin Emma Sch. (85) in deren Villa in Edlitz erschlagen haben. Ausgerechnet mit einem prall gefüllten Sparstrumpf als Tatwaffe.

Anschließend warf er sich vor einen Lkw, wollte sterben. Das wohl endgültige Ende eines kometenhaften Aufstiegs, ein unfassbarer Absturz. Der einst gefeierte Gerichtsgutachter in einem der spektakulärsten Wirtschaftsverfahren (Meinl-Prozess) wurde selbst zum Fall für die Justiz.

Aber warum? Warum soll ein Banker dieses Kalibers, der selbst Millionen verdient hatte, der sich privat alles leisten konnte, dies auch tat und durchaus nach außen zur Schau stellte, warum sollte der eine betagte frühere Bauunternehmerin ermorden?

Die beiden kannten sich seit Jahrzehnten, der 61-Jährige verwaltete das Vermögen der Pensionistin, die es in vier Jahrzehnten als Baumeisterin zu gewaltigem Wohlstand gebracht hatte. Hat sich der Vermögensberater verspekuliert, das Geld des Opfers in den Sand gesetzt? Oder geht das Motiv noch tiefer in die persönliche Beziehung der beiden?

Das Motiv gibt
 weiter Rätsel auf

Der Top-Banker hat die Bluttat gestanden, sein Anwalt gab auf Anfrage gegenüber ÖSTERREICH keine Stellungnahme ab. Anfang kommender Woche soll der Verdächtige detailliert einvernommen werden, die Frage nach dem Motiv steht dabei im Mittelpunkt. Für den gefallenen Banker gilt die Unschuldsvermutung.

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