Mit einem Abend voller Soul-Food und bekannter Namen wurde am Sonntag in Heidenreichstein das Festival "Literatur im Nebel" eröffnet. Im Mittelpunkt stand ein Autor, dessen Leben selbst Stoff für Bücher liefert: Salman Rushdie.
Zur 20. Ausgabe von "Literatur im Nebel" war die Margithalle in Heidenreichstein am Sonntagabend bis auf den letzten Platz gefüllt. Kein Wunder, trat unter erhöhten Sicherheitsmaßnahmen doch niemand Geringerer als Weltstar Salman Rushdie auf, der das Festival bereits 2006 eröffnete.
In Abwesenheit des erkrankten Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen lasen zum Auftakt namhafte Autoren wie Dimitré Dinev, Raphaela Edelbauer und Robert Menasse aus Rushdies Werk "Knife", in dem er den Mordversuch literarisch verarbeitet. Bekanntlich entkam der britisch-indische Ehrengast im Jahr 2022 nur knapp einem Attentat. Auch Texte über Religion und Kunst standen am Programm.
"It’s nice to be back"
Als Rushdie selbst die Bühne betrat, präsentierte er sich überraschend gelöst. Im Gespräch erzählte er offen über den Anschlag, ohne aber diesem zu viel Raum geben zu wollen. Der Jahrestag sei kein Grund zum Feiern, dennoch überwiege für ihn die Tatsache, am Leben zu sein. Ein Rückzug sei für ihn nie infrage gekommen. Stattdessen setzt er weiterhin auf das Erzählen von Geschichten und auf die Freiheit von Kunst und Meinung.
"It’s nice to be back", lautete Rushdies Fazit. Am Ende nahm er sich auch noch Zeit für seine Leser und signierte für sie Bücher.