Das AMS setzt seit dem Vorjahr auf neue Wege und bildet Vertriebene aus der Ukraine zu Heimhelferinnen aus. Die Pflegepraxis und das Deutschlernen laufen dabei parallel.
Das AMS Niederösterreich bildet gemeinsam mit dem Verein Tralalobe und der Sozialberufeakademie Wienerwald Vertriebene aus der Ukraine gezielt zu Heimhelferinnen aus. Die Neuauflage nach 2025 startete heuer Anfang Jänner. Laut AMS NÖ werden bis 2030 rund 9.100 zusätzliche Beschäftigte im Gesundheits- und Pflegebereich benötigt. Bereits jetzt bleiben viele Stellen unbesetzt. Das AMS setzt daher verstärkt auf Ausbildungsmodelle, die Qualifizierung und Arbeitsmarktintegration verbinden.
Sprache und Pflegepraxis parallel
Die Heimhelferinnen-Ausbildung für Ukrainerinnen dauert 18 Wochen. Das Besondere: Die fachliche Ausbildung und der Deutschunterricht laufen parallel. Voraussetzung für den Einstieg sind Deutschkenntnisse auf dem Niveau A2, also eine grundlegende Verständigung im Alltag. Umgesetzt wird das Projekt gemeinsam mit dem Verein Tralalobe, die pflegefachliche Ausbildung übernimmt die Sozialberufeakademie Wienerwald.
Hohe Erfolgsquote im Pilotkurs
Im Pilotkurs 2025 nahmen 22 Personen teil. 19 von ihnen stehen inzwischen im Berufsleben. "Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben die kommissionelle Prüfung geschafft“, betont Kern. Die Ausbildung sei fordernd, da die Frauen gleichzeitig sprachlich und fachlich gefordert seien.
Eine der 24 aktuellen Kursteilnehmerinnen ist Hanna Aleksieieva. Die 32-Jährige arbeitete in der Ukraine acht Jahre als Krankenpflegerin und lebt seit etwas mehr als einem Jahr in Österreich, zu noe.orf.at sagt sie: "Mir macht es Spaß, Menschen zu helfen.“ Besonders wichtig sei für sie die Unterstützung beim Deutschlernen: „Das ist für ukrainische Menschen sehr wichtig, weil viele noch nicht lange in Österreich leben.“