Opferstock

Drei Festnahmen

Zahlreiche Opferstock-Einbrüche in NÖ und OÖ geklärt

Über 80 Delikte zugeordnet - Auch mutmaßlicher Räuber geschnappt.

Zahlreiche Opferstock-Einbrüche in Nieder- und Oberösterreich im vergangenen Jahr sind vom niederösterreichischen Landeskriminalamt geklärt worden. Drei Männer befinden sich in U-Haft, gab die Landespolizeidirektion am Mittwoch in einer Aussendung bekannt. Weit über 80 Delikte wurden den Verdächtigen zugeordnet, der Schaden beläuft sich auf über 50.000 Euro.

Ende 2012 klickten für einen 34-jährigen Tschechen die Handschellen, als er eine Kirche in Gars am Kamp (Bezirk Horn) verließ. Der Pfarrer aus Groß Siegharts (Bezirk Waidhofen a.d. Thaya) hatte wenige Stunden zuvor Anzeige wegen eines Opferstockeinbruchs erstattet und eine auf den 34-Jährigen passende Täterbeschreibung abgegeben. In dessen Pkw fanden die Beamten Einbruchswerkzeug, bei der Einvernahme gestand er schließlich Einbrüche in zehn Opferstöcke und mehrere Gebäude. Nachweisen konnten die Ermittler ihm bisher 58 Einbrüche im Wald- und Weinviertel mit einem Schaden von 45.000 Euro.

Zwei Landsmänner des 34-Jährigen wurden Mitte Jänner nach einem Einbruch in einen Opferstock aufgrund der Anzeige eines Zeugen in der Stadtpfarrkirche von Horn geschnappt. Die Polizei war ihnen schon seit vergangenem Juli auf den Fersen. Damals wurden sie vom Mesner der Basilika Rosenau am Sonntagberg (Bezirk Amstetten) auf frischer Tat ertappt. Es gelang ihnen die Flucht, allerdings ohne ihr Auto. Dieses wurde am Parkplatz vor der Kirche entdeckt, die beiden Männer im Alter von 39 und 41 Jahren daraufhin als Verdächtige ausgemacht. Nach der Anzeige in Horn wurden sie festgenommen. Der 41-Jährige ist laut Polizei geständig, gemeinsam mit dem - alles abstreitenden - 39-Jährigen 21 Opferstöcke in Ober- und Niederösterreich aufgebrochen zu haben. Die Exekutive vermutet aber, dass das Duo weit mehr Taten begangen hat und sich der Schaden auf mehrere tausend Euro beläuft.

Der St. Pöltener Diözesanbischof Klaus Küng zeigte sich über die Klärungen jedenfalls erleichtert. Die Diebstähle bezeichnete er als "Attentat auf die Gläubigen und was ihnen wertvoll ist". Es sei ihm aber ein Anliegen, dass Kirchen auch weiterhin für alle offen stehen.

Einen Erfolg vermeldeten die Kriminalisten auch im Hinblick auf Überfälle und Einbrüche in Nieder- und Oberösterreich. Ein 31 Jahre alter Syrer sei bereits im Oktober als Verdächtiger festgenommen worden, im Zuge der Ermittlungen konnten ihm sechs Delikte nachgewiesen werden. Es handelt sich um teils versuchte Überfälle auf Tankstellen in Haag (Bezirk Amstetten) und Steyr sowie teils versuchte Einbrüche in Tankstellen und ein Lokal. Der Schaden beläuft sich auf über 25.000 Euro.

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