Einbruch

200 Delikte in Österreich

Einbrecher richteten 2 Millionen Schaden an

Polizei ermittelte drei Tätergruppen - 20 Verdächtige in Haft.

Drei Einbrecherbanden aus Ungarn, Rumänien und dem Kosovo bzw. Mazedonien haben in den vergangenen Jahren insgesamt mehr als 200 Einbrüche mit einem Schaden von rund zwei Mio. Euro in Österreich verursacht. Wie die Polizei am Freitag in einer Pressekonferenz berichtete, wurden sie vom Landeskriminalamt (LKA) Oberösterreich zerschlagen. Mittlerweile sind 32 Verdächtige ausgeforscht. 20 davon befinden sich bereits hinter Gittern.

Es handle sich um organisierte Kriminalität, so Obstleutnant Erwin Meindlhumer vom LKA. "Es gibt eine Art Firmenstruktur." Typisch für die Banden sei, dass sie sich oft auf bestimmte Objekte spezialisieren - beispielsweise Seniorenheime. Meist gebe es "Residenten" in Österreich, die eine Unterkunft zur Verfügung stellen. Dann werden weitere Bandenmitglieder nachgeholt - teilweise auch mit dem Versprechen, einen Job zu bekommen, der sich dann aber als Einbruchsfahrt entpuppt.

Konkret geht es um drei Gruppen: Der größte Schaden ist mit rund 900.000 Euro bei 98 Einbrüchen einer kosovarisch-mazedonische Bande zuzurechnen, die erst seit Anfang des Jahres aktiv war. Neun Mitglieder wurden am Donnerstag bereits im Landesgericht Linz zu Haftstrafen verurteilt, drei werden mittels EU-Haftbefehl gesucht, zwei wurden auf freiem Fuß angezeigt. Wesentlich länger beschäftigt hat die Polizei eine 16-köpfige rumänische Gruppe, die schon seit 2007 ihr Unwesen trieb. Ein Teil der Verdächtigen ist in Haft, andere wurden angezeigt, nach einigen wird noch gefahndet. Sie waren in Ober- und Niederösterreich sowie der Schweiz aktiv.

Die dritte zerschlagene Bande kommt aus Ungarn. Laut Ermittlern handelt es sich dabei um "einen Familienbetrieb", der seine Basis in Bayern aufgeschlagen hatte, auf der Durchreise aber immer wieder in Österreich aktiv war. Die Tatorte in Oberösterreich, Niederösterreich und dem Burgenland befinden sich großteils entlang der Westautobahn. Die Kriminalisten haben bisher 40 Taten mit 400.000 Euro Schaden aufgeklärt. "Es waren aber sicherlich wesentlich mehr", so Chefinspektor Rudolf Frühwirth, Leiter des Ermittlungsbereichs Diebstahl im LKA.

Die Vorgehensweise der Täter wird von den Kriminalisten als professionell beschrieben. Objekte wurden sorgfältig ausgekundschaftet. Es gab zwar keinen bedrohlichen Zwischenfall mit Personen, denn die Einbrecher ergriffen immer sofort die Flucht, wenn sie gesehen wurden, wohl aber große Sachschäden. "Wenn ein Tresor zu fest eingemauert ist, fliegt eben die ganze Mauer raus", schilderte Meindlhumer. Die Beute wird meist nach Hause geschickt, oft über andere Täter dort verkauft, teilweise aber auch verspielt. Ein besonders frecher Hehler in Ungarn, der den bei einem Einbruch erbeuteten Schmuck in seinem eigenen Safe verwahrt hatte, meldete diesen seinerseits bei der Polizei als gestohlen, um Geld von der Versicherung zu kassieren, berichteten die Ermittler.

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