Keine Zielwerte

Kritik des Landesrechnungshofs an Kulturstrategie

Ergebnis des Prüfberichts: Vor allem Landeskultur GmbH fehlen Vorgaben zu Besuchszahlen, Eigenerlösen oder strategischen Schwerpunkten - Hohe Ausgaben für Ankauf von Kulturgüten bemängelt

. Hart ins Gericht geht der Landesrechnungshof (LRH) Oberösterreich mit der Kulturstrategie des Landes. In der am Donnerstag veröffentlichten Initiativprüfung kommt er zu dem Schluss, dass wegen fehlender Kennzahlen zur Beurteilung von Zielwerten das Instrument für eine wirkungsvolle Steuerung nicht existiere. 

"Unternehmerische Freiheit bedeutet auch unternehmerische Verantwortung und braucht daher klare Ziele und überprüfbare Wirkungen", stellte LRH-Direktor Rudolf Hoscher Richtung Führung der Landeskultur GmbH klar. In der 2020 geschaffenen Landeskultur GmbH sind die Kultureinrichtungen des Landes zusammengefasst. Besonders die "Ankaufspraxis beim Erwerb von Kunst- und Kulturgütern" kritisieren die unabhängigen Prüfer als "sehr ressourcenintensiv, administrativ aufwendig und bislang nur unzureichend gesteuert". Auswahl und Entscheidung über den Ankauf von Sammlungsobjekten erfolgt oftmals im Alleingang der Geschäftsführung, sprich ohne Einbindung der Sammlungsleiterinnen, was die Prüfer durchaus als "problematisch" erachten.

Ausgaben für Ankauf übersteigen seit 2021 weit vorgesehene Mittel

Zudem übersteigen die Ausgaben für die Ankäufe seit 2021 Jahr für Jahr den dafür vorgesehenen Betrag von 200.000 Euro deutlich. 2024 waren es 884.797 Euro. Die zusätzlichen Gelder wurden aus Mitteln des laufenden Budgets bestritten, so der Prüfbericht. Für das Jahr 2026 wurden nun die Mittel für den Ankauf auf 400.000 Euro verdoppelt. Hier störte die Prüfer vor allem der Zeitpunkt der Erhöhung.  

Weiterer Kritikpunkt sind die teils überschaubaren Besucherzahlen von Einrichtungen der Landeskultur GmbH. Vor allem Hauptstandorte in Linz wie das Francisco Carolinum, das Offene Kulturhaus und der Ursulinenhof haben seit der Ausgliederung in die Landeskultur GmbH deutlich an Besuchern verloren. Als Grund führt der LRH die Fokussierung auf moderne und zeitgenössische Kunst an und rät zur Erhöhung der Themenvielfalt. Auch über reduzierte Öffnungszeiten oder alternative Nutzungsformen sollte man nachdenken.

Im Rahmen der Prüfung der Kulturstrategie wurde auch das Adalbert-Stifter-Institut angesehen. Hier sollten "die Einsatzmöglichkeiten bzw. -notwendigkeiten moderner Informationstechnologien" analysiert werden. Auch eine "Neubewertung des Aufgabenprofils des Adalbert-Stifter-Instituts" wurde angeraten.

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