Einer der innovativen Vorschläge: Wer früher in Pension gehen will, könnte im Gegenzug ein Pflegehelfer-Jahr absolvieren.
OÖ. Die Gesellschaft in Oberösterreich steht vor einer der größten Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte: Die Menschen werden immer älter – ein Erfolg unserer modernen Gesundheitsversorgung, aber auch eine enorme Aufgabe für die Pflege. Während heute noch 19,7 Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre alt sind, werden es im Jahr 2040 bereits 26,9 Prozent sein.
Die Pflege ist jener Bereich, der sich sehr dynamisch entwickelt. Sozial-Landesrat Christian Dörfel (ÖVP) hat daher die Strategie „Pflege in OÖ 2040“ gestartet, die aus unterschiedlichen Bereichen besteht. Ein Teil davon ist die langfristige Absicherung der Pflegestrukturen und auch die langfristige Finanzierung der Pflege. „Unsere Gesellschaft altert, die Anforderungen an die Pflege werden größer. Daher ist es unser Ziel, dass wir eine gute Pflege sicherstellen, auch finanziell: Leistbar für den Einzelnen, finanzierbar für die öffentliche Hand.“ Denn eines sei klar: Die klassischen Pflegeformen stationär und mobil werden in ihrer aktuellen Form den steigenden Bedarf nicht mehr decken können. Daher arbeite das Land Oberösterreich an der „Betreuungsarchitektur 2040“.
„Wir wollen Pflege nicht nur verwalten, sondern aktiv gestalten. Wir müssen neue Wege gehen, damit die Menschen in Oberösterreich auch in Zukunft in Würde altern können – am besten dort, wo sie sich am wohlsten fühlen: in ihrer vertrauten Umgebung“, so Dörfel.
Die „Betreuungsarchitektur 2040“ basiert auf vier zentralen Handlungsfeldern, die über herkömmliche Pflegeansätze hinausgehen:
- Mobil und stationär neu denken
- Soziale Netzwerke stärken
- Pflegende Angehörige unterstützen
- Digitale Werkzeuge nutzen
Das Ergebnis soll ein „Baukasten“ an neuen, innovativen Pflegeformen sein, der den Sozialhilfeverbänden zur Verfügung gestellt wird. Die finalen Ergebnisse des Entwicklungsprozesses werden Ende des Jahres erwartet.