"Er erfüllt Ausschreibungskriterien nicht"

ORF-Duell wird brutal: Wrabetz greift Weißmann frontal an

''Wenn er gewählt würde, kann es schon sein, dass seine Qualifikationen für diese ORF-Ausschreibung geringer wären als die von Thomas Schmid für die ÖBAG.''

Im Interview auf oe24.TV (Ausstrahlung am Mittwochabend bei FELLNER! LIVE) stellt ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz die Qualifikation seines schärfsten Gegenkandidaten Roland Weißmann massiv in Frage. Laut Wrabetz würde Weißmann die Ausschreibungs-Kriterien nicht erfüllen. Auf die Frage, ob Roland Weißmann der Thomas Schmid (Anm.ehemaliger ÖBAG-Chef) des ORF sei, antwortet Wrabetz: „Beim Thomas Schmid hat ja die Ausschreibung und sein Qualifikationsprofil zusammengepasst. Jetzt kann man sagen, wie ist die Ausschreibung zustande gekommen. Aber bei der ORF-Ausschreibung, so wie sie formuliert ist, da ist es ja klar, dass zum Beispiel die ausgewiesene Erfahrung in der Unternehmensführung, Roland Weißmann, der ein ordentlicher Abteilungsleiter ist, bisher nicht hatte. Insofern kann es schon sein, dass wenn er gewählt würde, seine Qualifikationen für diese ORF-Ausschreibung geringer wären als diese von Thomas Schmid für die ÖBAG.“

Wrabetz: Es gab "Interventionsversuche"

Weißmann sei laut Wrabetz der „Kandidat von Gerald Fleischmann“. Wrabetz ortet im oe24.TV-Interview einen Zusammenhang zwischen der kritischen ORF-Berichterstattung in den letzten Monaten und dem Versuch, ihn jetzt abzulösen: "An der Information gab es von Seiten der Türkisen gerade im vergangenen Jahr wenig Kritik. Und da schien alles sehr gut. Dann kamen ÖBAG-Chat und U-Ausschuss-Diskussion und da haben wir im ORF auch darüber berichtet und dann gab es die Enttäuschung, dass es bei uns unabhängigen Journalismus gibt.“ Wrabetz weiter: „Ich glaube, dass das ein wesentlicher Punkt war. Weil an der sachlichen Arbeit hat es ja keine Kritik gegeben. Ich glaube schon, dass man gesagt hat, in den Monaten, die kommen und die vielleicht auch nicht einfach werden, will man einen engeren Zugriff (…) In den letzten Wochen und Monaten hat es schon verstärkte Erwartungshaltungen und Interventionsversuche gegeben. “

Wrabetz: "Besondere Machtzusammenballung" 

Wrabetz auf oe24.TV: „Es wäre doch ein deutliches Signal, dass es nach den Angriffen auf die Justiz jetzt auch auf die Medien einen stärkeren Druck gibt. Es hat noch nie einen Mann wie den Medienbeauftragten im Kanzleramt gegeben, der über alles was beim ORF passiert, entscheiden kann. Das ist schon eine besondere Machtzusammenballung, die es so in keinem anderen europäischen Land gibt.“

Wrabetz spricht sich daher auch für eine geheime Abstimmung im Stiftungsrat aus: "Da auch viel Druck ausgeübt wird, wäre es besser, zu einer geheimen Abstimmung zurückzukehren.“



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