Javier Figueroa
vor

Monster-Prozess in Ried

Polizei-Chef: Hat er 7 Menschen ermordet?

Menschen in Guatemala getötet: 10.000 Seiten Akten & 50 Stunden Videomaterial.

Ein Mordkomplott, das in einem Gefängnis in Guatemala sieben Häftlingen das Leben kostete, wird seit Dienstag am Rieder Landesgericht behandelt. Der Ex-Kripo-Chef von Guatemala Javier Figueroa ist wegen Beteiligung an den sieben Morden angeklagt. Weil dem 42-Jährigen Asyl gewährt wurde, findet der Prozess in der OÖ-Provinz statt. Nächste Woche soll sogar der Ex-Präsident von Guatemala als Zeuge eingeflogen werden.

Anklage
Es geht um einen Einsatz in der Hafenstadt Pavon im September 2006. Das dortige Gefängnis stand unter Eigenverwaltung der 1.000 Gefangenen. Es sollte wieder unter staatliche Kontrolle gebracht werden. Eine Polizeiaktion mit 1.500 Einsatzkräften wurde geplant. Die Anklage sagt, es habe einen „Parallelplan“ gegeben. Anhand einer Todesliste sollten die Rädelsführer ausfindig gemacht und ermordet werden. Figueroa habe davon gewusst und den Plan gefördert, so der Vorwurf.

Hinrichtung
Die Häftlinge seien gezielt hingerichtet und der Tatort im Nachhinein manipuliert worden. Es sollte aussehen, als ob die Gefangenen im Kampf getötet worden seien, so die Staatsanwältin. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Figueroa betrat lächelnd den Verhandlungssaal. Er bekannte sich „nicht schuldig“, er habe sich viele Feinde gemacht. Seit 2007 lebte der studierte Arzt mit seiner Familie im Innviertel, arbeitete als Altenpfleger. Seit Dezember 2011 sitzt er in U-Haft. Ein Urteil wird für 8. Oktober erwartet.

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