Salzburgs Stadtchef klagt Costa-Eigner

Nach Schiffsunglück

Salzburgs Stadtchef klagt Costa-Eigner

Heinz Schaden geht es nicht ums Geld, sondern um Wahrheitsfindung.

Der Bürgermeister der Stadt Salzburg, Heinz Schaden (S), schließt sich dem Gerichtsverfahren wegen des Schiffsunglücks der "Costa Concordia" vom 13. Jänner 2012 in Italien als Privatbeteiligter an. "Ich beteilige mich beim Strafprozess gegen den Kapitän und einem Offizier in Grosseto, es geht mir aber nicht ums Geld", betonte Schaden, der die Katastrophe als Passagier hautnah miterlebte. Er wolle zur Aufklärung des Sachverhaltes und zur Wahrheitsfindung beitragen.

Er hoffe, dass er eines Tages als Zeuge geladen werde, erklärte Schaden. Er möchte den Verantwortlichen, die das Desaster verursacht hätten, "in die Augen schauen" und dem Gericht darüber berichten, wie leichtfertig mit den 4.200 Leuten an Bord umgegangen worden sei. Die Aussagen des Kapitäns und von Offizieren bezeichnete Schaden als Schutzbehauptung.

Zahlreiche Vorwürfe
Die "Costa Concordia" rammte vor der italienischen Insel Giglio einen Felsen und kenterte. Mindestens 30 Menschen kamen ums Leben. 77 Österreicher überstanden das Unglück unverletzt. Der Staatsanwalt wirft Kapitän Francesco Schettino vor, die Besatzung habe die Küstenwache zu spät alarmiert. "Das Schiff ist mit voller Geschwindigkeit gegen den Felsen gedonnert. Eineinhalb Stunden wurde nichts getan", ärgerte sich Heinz Schaden. Es habe kein Manöver mehr gegeben, "der Wind war uns gnädig", dieser habe das Schiff schließlich zur Küste getrieben.


Rechtsvertreter des Bürgermeisters in dem Prozess ist der Salzburger Rechtsanwalt Michael Pallauf. Er hat das Mandat zusammen mit einem italienischen Rechtsanwalt übernommen. Das Anliegen von Heinz Schaden sei, über den Unfallhergang und die Probleme bei der Evakuierung der Passagiere zu berichten, sagte Pallauf zur APA. "Der Bürgermeister will einen Beitrag zur Wahrheitsfindung leisten."

Der Salzburger Stadtchef hat auch einen materiellen Schaden erlitten. Sein Reisegepäck, darunter Kamera, Rasierapparat und Kleidung, wurde vom Meer verschluckt. Er könne nur das bei Gericht angeben, was er an Ersatzkäufen tätigen müsse, das mache einige tausend Euro aus, sagte Schaden. Er war unter den letzten Passagieren, die auf der Steuerbordseite das sinkende Kreuzfahrtschiff verlassen haben.

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