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Wetter-Alarm

Schneemangel macht Skigebieten zu schaffen

Immer noch kein Schnee in Sicht. Tourismus-Experten und Klima-Forscher schlagen Alarm. Die Skigebiete im Westen bangen um ihre Openings.

Novemberdürre in Europa, Schneechaos und Rekordkälte in Nordamerika. Das Wetter spielt verrückt. Von dem warmen Wetter und dem fehlenden Schnee in unseren Breitengraden sind vor allem die kleineren, tiefergelegenen Familienskigebiete betroffen, denen oft auch das Geld zum Beschneien fehlt. Aber auch der Skisport stöhnt.

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Alarmstimmung in den Skiorten
Wenn das Wetter weiter nicht mitspielt, müssen die geplanten Skiopenings verschoben werden. Schon der Promi-Parallelslalom mit Stefan Raab am kommenden Wochenende musste verschoben werden. Den Saisonauftakt mit einem Live-Konzert zu begehen bedeutet für viele Tiroler Skigebiete einen enormen Wirtschaftsfaktor. Diese Entwicklung hat scheinbar Schule gemacht. Neben Ischgl setzen auch St. Anton am Arlberg, Gerlos im Zillertal, Fulpmes im Stubaital oder das Pitztal auf Live-Beschallung beim Ski-Opening.

Tourismusexperte schlägt Alarm
Der Tourismusexperte des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo), Egon Smeral, ortet ein Problem vor allem für die weiter unten gelegenen Skigebiete: "Gerade hier sind die Preise für Familien mit Kindern oft leistbar". In den Top-Skigebieten, die höher gelegen seien, werde ohnehin massiv künstlich beschneit.

Aus für Wedeln unter 2000 Metern?
Die Schneedecke werde weiter hinaufgehen, der Kampf um höher gelegene Skigebiete härter: "Unter 2.000 Meter wird sich gar nichts abspielen", so Smeral. Wegen der dadurch zu erwartenden Verknappung könnten die Preise in den Skigebieten steigen, prognostiziert Smeral. Die Bedeutung von Österreich und Mitteleuropa als Sommerurlaubsländer könnte hingegen zunehmen, da der Mittelmeerraum bei dem erwarteten Temperaturanstieg im Sommer zu heiß werden könnte. Ob die Prognosen der Klimatologen tatsächlich und genau in dieser Form eintreffen, sei aber dahingestellt, so Smeral.

Hohe Einkommensverluste
Fehlt in der Vorsaison der Schnee, wirke sich das auch auf das Einkommen der Tourismusbeschäftigten aus: Sperrt ein Hotelbetrieb wegen fehlenden Schnees zwei Wochen später als geplant auf, entgeht den Mitarbeitern das entsprechende Einkommen, rechnete Schenner vor. Außerdem schlage sich fehlender Schnee in der Vorsaison massiv auf die Motivation der Tourismusmitarbeiter und die Stimmung der Gäste.

Auch Ski-Sport betroffen
Speziell die Bewerbe des Internationalen Skiverbandes FIS bekommen die Folgen des verrückten Wetters besonders unangenehm zu spüren. Ende Oktober wurde in Sölden erstmals der Gletscher-Auftakt im alpinen Ski-Weltcup wegen des Warmwetters abgesagt, in St, Moritz und Val d'Isere mussten nun auch Dezember-Rennen in Europa aus dem Kalender des Skiwinters 2006/2007 gestrichen werden.

"Zeichen stehen auf Achtung"
Günter Hujara, Renndirektor des Alpin-Weltcup, vertraut seinen bis in die siebziger Jahre zurückreichenden Aufzeichnungen. "Wenn man sieht, in welchem Zustand die Gletscher heute sind, kann man das nicht mehr allein als Wetterkapriolen abtun". Heute würden bei uns Pflanzen wachsen, die man vor zehn Jahren noch den Subtropen zugeordnet hat, so der Ski-Manager. "Vieles verschiebt sich, und was im Sommer passiert, hat Auswirkungen auf den Winter. Die Zeichen stehen also ganz klar auf Achtung."

Auch für die Nordischen hat der WM-Winter alles andere als nach Wunsch begonnen, doch hier war es weniger der mangelnde Schnee, sondern vielmehr der starke Wind, der das Programm durcheinander gewirbelt hat.

In Kuusamo ist seit Jahren traditionell der Auftakt der Skispringer und seit Jahren wird von diversen Funktionären gefordert, diesen an einen anderen Ort zu verlegen. "Ich sage das schon seit Jahren, dass man den Saisonauftakt vernünftiger gestalten sollte", meinte der Nordische ÖSV-Direktor für Springen und Kombination, Toni Innauer. Allerdings befinde man sich mit der Weltcup-Planung sozusagen in der "Roten Zone" des Übergangs zum Winter.



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