Arch Freudin

Schicksalsschlag für Deutsche

Stuntfrau Miriam (29) war seine große Liebe

Erst Ende Juli brach sie sich bei einem Fotoshooting beide Füße. Jetzt starb ihr Freund. 

Seit sechs Jahren galten sie als eines der schönsten Paare der Sportszene: der Kunstflug-Weltmeister Hannes Arch (48) und das deutsche Model Miriam Höller (29). Mehrfach nannte Arch sie seine „große Stütze“, sie begleitete ihn bei allen wichtigen Rennen, auch wenn sie bei seinen Stunts manchmal „Tausende Tode stirbt“, wie sie im Interview mit dem Red Bulletin einmal erklärte. Was das Playboy-Model an Arch faszinierte: „Er hat diesen Tunnelblick und kanalisiert die tagelang aufgebaute Energie für den Kurs des Rennens. Wie er das abrufen kann, fasziniert mich immer wieder.“ Und auch sie teilte seine große Leidenschaft nach Extremsport.

Am Dienstag schrieb sie: »Ab jetzt geht’s bergauf«

Seit Jahren steht Höller für Stunt- und Action-Shootings vor der Kamera. Erst Ende Juli brach sich die Deutsche beide Füße als sie in High Heels von ­einem ein Meter hohen ­Podest sprang. Noch am Dienstag schrieb sie auf Facebook optimistisch ihren Fans: „Ab jetzt geht’s nur noch bergauf.“     

Full Speed: Der Steirer liebte alles Extreme     

Hannes Arch (1967–2016) erfüllte sich den Traum vom Abenteuer. 

Sein Puls hämmert mit 120 Schlägen. Hannes Arch schraubt seine ­Zivko Edge 540 senkrecht in den Himmel. Dann ist der Motor still. Arch kippt den filigranen Kunstflieger mit der Nase nach unten in die Tiefe und schießt auf die asphaltierte Landebahn zu. In letzte Minute springt der Motor an, Arch reißt Maschine wenige Meter über den Boden wieder nach oben. Über 400  km/h schnell. Geschwindigkeit, das war das Leben von Hannes Arch.

»Ich hatte schon mehrfach Angst, zu sterben«

„Der Unterschied zu anderen Sportarten ist der, dass man bei einem kleinen Fehler sofort tot ist. Ich hatte schon mehrfach Angst, zu sterben, will aber einfach ganz intensiv das Leben auskosten“, erzählte Hannes Arch vor Jahren in einem Spiegel-Interview zum Start der Rennserie Red Bull Air Race.

Mit Hannes Arch ist in der Nacht auf Freitag einer der extremsten Actionflieger und Abenteurer der Welt ums Leben gekommen.

Hannes Arch träumte von Bergen und einer Familie

Arch, am 22. September 1967 in Leoben geboren und in Trofaiach aufgewachsen, hatte das Abenteuer im Blut. Der Bummelstudent verbrachte seine Zeit lieber in den steirischen Bergen, vom Extremklettern ging es immer höher hinaus. Hannes Arch sprang als erster Mensch mit einem Fallschirm vom Matterhorn, am Ende lotete er noch höher in den Lüften die Grenzen von Mensch und Maschine aus: Arch war der schnellste Pilot der Red Bull Air Race.

Und er lebte den Traum so vieler Menschen: Erfolgreicher Unternehmer mit eigener Flugshow, seine große Liebe Miriam Höller ist ein Model, im Winter lebten sie auf Hawaii. Doch privat träumte Hannes Arch von einem langsamen Leben: „Ich bin gern 
in den Bergen, um runterzukommen. Ich genieße die Zeit mit meiner Freundin. Das ist zumindest das Ziel.“     

Video zum Thema: Hannes Arch: Das Portrait


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