Teenager verschwunden

Wiener Mädchen im Heiligen Krieg?

Teenager seit vier Tagen verschwunden. Tamira und Selena: "Wir sind in Syrien".

Verfassungsschützer sprechen von den „Cheer­leadern des Dschihad“, sie selbst bezeichnen sich als die „Dienerinnen Allahs“. Immer mehr Mädchen und junge Frauen zieht es als Gotteskriegerinnen in den Heiligen Krieg nach Syrien. Erstmals ist jetzt der Fall von zwei Freundinnen aus Wien bekannt geworden, die am 10. April ausgezogen sein sollen, um im Namen Allahs zu kämpfen.

Flug zunächst 
in die Türkei
Noch bis vor Kurzem waren die bosnischstämmigen Selena (15) und Tamira (16, Namen geändert) ganz normale Teenager aus Wien-Favoriten. Sie trugen westliche Kleidung, schminkten sich, flirteten mit Jungs und posteten ihre Erlebnisse im Internet.

Abschiedsbriefe. Doch am Donnerstag, dem 10. April, verlassen die beiden Schülerinnen in der Früh ohne Ankündigung ihr Elternhaus: „Nichts deutete darauf hin, dass sie in den Heiligen Krieg ziehen wollten“, sagten die Väter der beiden gegenüber bosnischen Medien. Doch in ihren Abschiedsbriefen kündigten Selena und Tamira an: „Wir fahren nach Syrien, um für den Islam zu kämpfen.“

Ob sie tatsächlich in Sy­rien eingetroffen sind, ist nicht bewiesen. Fix ist: Es besteht kein Kontakt zu den Mädchen. Und dass sie von Schwechat aus mit einem Flugzeug nach Adana in die Türkei geflogen sind. Die Einreise wurde den Eltern von türkischen Behörden bestätigt. Inzwischen kursiert auch auf Facebook ein Hilferuf, um den Aufenthaltsort der Wiener Mädchen ausfindig zu machen. Angefügt auch ein Foto der beiden, das sie tief verschleiert zeigt.

Wurden die beiden 
bewusst geködert?
Die Eltern sind überzeugt davon, dass Selena und Tamira nicht aus freien Stücken in den Dschihad gezogen sind. Sie glauben, dass ihre Töchter von einer Organisation geködert wurden, die in Europa Gotteskrieger rekrutiert und die den beiden auch die Tickets organisiert hat. Ein ähnlicher Fall wurde jetzt auch in der Schweiz bekannt.

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