Kinderzentrum der Universitätsklinik Innsbruck

Klinik-Elternverein macht Druck

Skandal-Klinik: Neue Opfer klagen an

Zwei aktuelle Fälle vor Prüfung: Neue Struktur, ohne Propofol?

Als wäre es nicht schon genug. Laut Andrea Fischer vom Elternverein der in Verruf geratenen Kinderklinik haben sich nun wieder Eltern von zwei toten Kindern gemeldet. Ob es sich erneut um Propofol-Opfer handelt, muss erst geprüft werden, so Fischer im ÖSTERREICH-Interview. Auch Ärzte-Pfusch von anderen Abteilungen (etwa Orthopädie) wurde inzwischen bekannt. Heute legt das Spital einen neuen Strukturplan vor.

ÖSTERREICH: Frau Fischer, wie geht es in der Causa Tiroler Landeskrankenanstalten weiter?
Gabriele Fischer: Die Tilak wird am Montag neue Strukturen für die Kinderklinik vorstellen. Ich glaube, dabei handelt es sich um eine reine Alibi-Aktion, um die Medien zu beruhigen. Kein Mensch kann sich vorstellen, wie so etwas über das Wochenende erstellt werden soll.

ÖSTERREICH: Haben sich weitere Betroffene bei Ihnen gemeldet?
Fischer: Ja. Es traten die Eltern von zwei weiteren toten Kindern an mich heran. Diese Fälle müssen aber erst geprüft werden. Zudem haben sich mehrere Eltern bei mir gemeldet und mir von anderen Behandlungsfehlern bei ihren Kindern erzählt.

ÖSTERREICH: Wie würden Sie die Stimmung in Tirol momentan beschreiben?
Fischer: Die Eltern sind enttäuscht und sauer. Es meldeten sich, abgesehen von der Kinderklinik, auch noch einige andere Patienten – etwa von der Orthopädie. Sie erzählten mir von grauslichen Fällen. Beispielsweise von unnötigen Operationen, die im schlimmsten Fall sogar bei der Amputation von Gliedmaßen geendet hatten.

ÖSTERREICH: Wie reagiert die Öffentlichkeit auf Sie und Ihr Engagement?
Fischer: Ich bekomme dazu extrem positive Zustimmung. Ich werde sogar von Kassiererinnen angesprochen, die zu mir sagen: ‚Gott sei Dank, dass endlich jemand den Mund aufmacht‘.“ Interview: W. Fürweger
 

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