Pfarrer Waibel

Vorarlberg

Waibel: "Darum trete ich zurück!

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R. Waibel begründet den Schritt mit Reformverweigerung in Rom.

„Heute ist ein besonderer Gottesdienst: Er wird mein letzter sein. Die Gründe dafür erkläre ich am Ende der Messe.“ Mit diesen Worten trat Priester Ronald Waibel am Samstag um 18.30 Uhr vor die Pfarrgemeinde Dornbirn-Haselstauden und beendete so 27 Jahre Priestertätigkeit. Die Gemeinde staunte.

Später erklärte der 54-Jährige emotional: „Mein Rückzug richtet sich gegen die römisch-katholische Kirche in Rom. Sie verweigert den Dialog mit Priestern, die ähnlich denken wie ich und nach Reformen schreien.“ Er finde in der von Rom zentralistisch regierten Kirche keine lebbaren Arbeitsbedingungen vor. Und: „Das Misstrauen von Rom ist nicht tragbar“, erklärt Waibel am Montag ÖSTERREICH (siehe Interview rechts). Es ist sein vorletzter Tag, heute bricht er endgültig seine Zelte ab. Waibel klingt ernst und nachdenklich, blickt aber nach vorne. Er wolle im Alten- oder Krankenpflegebereich Fuß fassen, „da kann ich meine seelsorgerischen Fähigkeiten und meinen christlichen Glauben weiterleben“.

Sein Rückzug löste in der katholischen Kirche einigen Wirbel aus. Immerhin ist Waibel der erste Priester der Pfarrer-Initiative, der sein Amt endgültig niederlegt. Initiator Helmut Schüller sagt zu ÖSTERREICH: „Was Ronald sagt, stimmt. Die fehlende Beweglichkeit in Rom belastet uns alle. Der Druck auf Priester wird immer größer. Ich rechne damit, dass auch andere ihr Amt niederlegen.“

 

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