Justiz-Skandal

Brunnenmarkt-Mord: Schwere Vorwürfe

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Polizei alarmierte Staatsanwaltschaft in einem Email ein paar Wochen vor der Tat.

Nach dem brutalen Eisenstangen-Mord am Wiener Brunnen-Markt an Maria E. (51) bringt der "Falter" jetzt einen Justiz-Skandal ans Tageslicht. Laut Auszügen aus der Strafakte des Täters Francis N. war die Polizei in dem Fall bisher alles andere als untätig. Im Gegenteil: noch am 22. März forderte die Polizeiinspektion Brunnengasse per E-Mail die Wiener Staatsanwaltschaft auf, endlich zu handeln und einen „Arbeitsauftrag“ zu erteilen.

Vier Strafverfahren
Gegen Francis N. seien nämlich schon vier Strafverfahren im Gange – unter anderem wegen räuberischen Diebstahls, Körperverletzung, Widerstand und gefährlicher Drohung – und er sei bereits nach 18 Strafanzeigen 26 (!) Mal persönlich aufgefordert worden, bei der Staatsanwaltschaft zu erscheinen, allerdings vergeblich.

Die Staatsanwaltschaft, so zeigt die Akte, hatte auch nach diesem Hinweis keinen Haftbefehl erlassen. Dies obwohl Francis N. bereits im Juni 2015 angezeigt wurde, einen Passanten „ohne ersichtlichen Grund“ mit einer Eisenstange auf den Kopf geschlagen zu haben.

Meinungsverschiedenheiten
Offenbar gibt es auch bei der Staatsanwaltschaft Wien nun enorme Meinungsverschiedenheiten. Ein Staatsanwalt, der die Akte Francis N. kennt, sagt: „Ich bin schockiert. Wir hätten handeln müssen“. Eine Behördensprecherin hingegen verteidigt die Staatsanwaltschaft: man habe alles richtig gemacht.

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