Zukunftsfragen
Ludwig traf römischen Bürgermeister Gualtieri
Im Mittelpunkt des Gesprächs, an dem sich auch der Präsident der Wiener Wirtschaftskammer, Walter Ruck, beteiligte, standen leistbares Wohnen, die Reform des EU-Vergaberechts sowie nachhaltige Mobilität und der Ausbau des öffentlichen Verkehrs.
Ein Schwerpunkt des Treffens war die zunehmende Herausforderung steigender Wohn- und Lebenshaltungskosten in europäischen Metropolen. Beide Bürgermeister erklärten sich darüber einig, dass leistbares Wohnen zu den zentralen sozialen Zukunftsfragen Europas zählt und deutlich stärker in den Fokus europäischer Politik rücken muss.
Steigenden Miet- und Lebenshaltungskosten im Fokus
"Die steigenden Miet- und Lebenshaltungskosten sind eine Schlüsselfrage für die Zukunft der europäischen Städte. Wir müssen unsere Erfahrungen stärker austauschen und voneinander lernen. Leistbares Wohnen ist eine der zentralen sozialen Fragen unserer Zeit und eng mit vielen anderen Politikfeldern verknüpft", betonte Ludwig gegenüber der APA in Rom. Wien und Rom zählten zu den fünf größten Metropolen in der EU und hätten viele gemeinsame Eigenschaften, unter anderem jene, große Tourismusmagnete zu sein.
Touristische Zentren seien aufgerufen, Herausforderungen im öffentlichen Verkehr, bei der Bereitstellung leistbaren Wohnraums sowie im Bereich der Kurzzeitvermietungen zu bewältigen. "Das ist ein Thema, das alle attraktiven Städte in Europa betrifft. Kurzzeitvermietungen haben vor allem den Nachteil, dass sie dem regulären Wohnungsmarkt Wohnraum entziehen. Gleichzeitig entstehen dadurch Wettbewerbsverzerrungen gegenüber etablierten Hotelbetrieben, die strengeren Auflagen unterliegen. Daher braucht es eine klare Regulierung. In Wien setzen wir bereits auf strenge Kontrollen. Umso wichtiger ist der Austausch mit anderen Städten, um voneinander zu lernen und vergleichbare Modelle weiterzuentwickeln", so Ludwig.
Ludwig präsentierte Wiener Modell des sozialen und leistbaren Wohnens
Der Wiener Bürgermeister stellte in diesem Zusammenhang erneut das Wiener Modell des sozialen und leistbaren Wohnens in den Mittelpunkt. Wien sei international als Vorzeigestadt für eine aktive Wohnbau- und Bodenpolitik mit einem starken öffentlichen und gemeinnützigen Wohnsektor. Diese langfristige Strategie trage wesentlich zu sozialer Stabilität, leistbaren Mieten und hoher Lebensqualität bei.
Im weiteren Verlauf des Gesprächs stand die von Gualtieri als Berichterstatter im Ausschuss der Regionen vorangetriebene Reform des europäischen Vergaberechts im Fokus. Diese wurde Anfang März 2026 angenommen und zielt auf eine grundlegende Modernisierung und Vereinfachung der öffentlichen Beschaffung in der Europäischen Union ab. Künftig sollen Vergabeverfahren für Städte und Regionen deutlich einfacher, schneller und transparenter gestaltet werden. Gleichzeitig soll öffentliche Beschaffung stärker an strategischen europäischen Zielen ausgerichtet werden - insbesondere an Nachhaltigkeit, hochwertigen Arbeitsplätzen, Resilienz und sozialer Verantwortung.
Ludwig und Ruck hatten am Mittwoch im Rahmen der Generalaudienz im Vatikan Papst Leo XIV. getroffen. Nach der Audienz auf dem Petersplatz konnten Ludwig und Ruck den Papst persönlich begrüßen und sich mit ihm kurz austauschen. Ludwig lud den Papst zu einem Besuch nach Wien ein. Ludwig und Ruck trafen auch Francesco Rocca, Präsident der Region Latium, zu der die Hauptstadt Rom gehört.
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