Salz auf Gehwegen wird in Wien zum Streitthema. Im Arsenal stehen mögliche Verstöße gegen klare Vorgaben im Raum. Die Grünen fordern Konsequenzen und ein schärferes Vorgehen gegen säumige Winterdienste.
Weißer Belag auf dunklem Asphalt, Salzspuren dicht an Baumstämmen. Im Arsenal im 3. Bezirk sorgen dem "Kurier" zugespielte Bilder von großflächiger Salzstreuung für Empörung. Dabei gilt in Wien seit 2003 ein klares Verbot Salz auf Gehsteigen und Gehflächen zu streuen, wenn sich im Umkreis von 10 Metern unversiegelte Bodenflächen befinden und keine bauliche Trennung existiert. Erlaubt wären dort etwa Streusplitt. Die MA 42 Stadtgärten zog im Arsenal bereits Bodenproben. Stellt die zuständige Wasserrechtsbehörde einen Verstoß fest, droht eine Strafe von bis zu 700 Euro.
Grüne erhöhen Druck
Für die Grünen reicht das nicht. Umweltsprecherin Tina Wirnsberger warnt vor massiven Folgen für Natur und Tiere. "Salzstreuung verursacht nachhaltige Baumschäden, denn sie stört den Wasserhaushalt und kann Trockenstress auslösen, der zu vorzeitigem Laubfall, Verfärbungen und zum Absterben ganzer Pflanzenteile führt. Bäume werden damit anfälliger gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Auch bei Hunden verursacht Streusalz wunde Pfoten und Schmerzen", so Wirnsberger.
Die Umweltsprecherin verlangt regelmäßige Kontrollen mit Stichproben und deutlich höhere Geldstrafen für gewerbliche Winterdienste. "Der Fall im Arsenal zeigt einmal mehr: Es braucht wirksame und regelmäßige aktive Kontrollen mit Stichprobenentnahmen - zusätzlich zu den Meldungen von besorgten Bürgern beim Stadtgartenamt. Anzudenken sind auch höhere Geldstrafen für gewerbliche Winterdienste bei Verstößen. Die derzeit geltenden Strafbeträge stehen in keinem Verhältnis zum potenziellen Schaden, der an Bäumen angerichtet wird - ein Stadtbaum kostet zwischen 3.000 und 25.000 Euro", sagt Wirnsberger.