Pfarrwirt

Gutachten

Neuer Skandal um grünen Immo-Deal

Hinter der Verbetonierung der Pfarrwirt-Aussicht steckt ein Millionen-Deal. 

Döbling. Die ÖSTERREICH-Story über die Umwidmung eines 2.923 m2 großen Grundstücks auf der Grinzinger Straße nach dem Verkauf der ehemaligen Fernmeldezen­trale schlägt hohe Wellen.
Millionengewinn. Denn durch das Herausnehmen aus der Schutzzone ist der Wert des Grundstücks – laut Bank-Pfandrecht von 2017 waren es vorerst mindestens 4,8 Millionen Euro – über Nacht locker verdoppelt worden, heißt es in der Immobilienbranche.


„Green Deal“? Passiert ist diese Umwidmung unter den grünen Stadträtinnen Birgit Hebein und Maria Vassilakou bzw. ihrem Mastermind Christoph Chorherr, der kurz vor einem Prozess wegen Untreue steht und für den die Unschuldsvermutung gilt.

Das Resultat dieses „Green Deals“: Der neue Besitzer ist seit 2020 um mehrere Millionen reicher und darf in der vormaligen Schutzzone einen Betonklotz mit Eigentumswohnungen errichten, dessen Kubatur um stolze 88 Prozent größer ist als die alte Fernmeldezentrale.


Pfarrwirt zubetoniert. Bitterer Nebeneffekt für das Gasthaus Pfarrwirt, wo einst Beethoven wohnte und das als ältestes Gasthaus Wiens schon von römischen Legionären besucht wurde: Die Aussicht des einst „Gasthaus zur Aussicht“ genannten Schmuckstücks wird zubetoniert.


Bombe im Gutachten. Pfarrwirt-Chef Hans Schmid hat bei den renommierten Schönherr Rechtsanwälten ein Gutachten beauftragt, das die Causa endgültig zum Fall für den Staatsanwalt macht. Denn dort steht wörtlich: „Es liegt der Verdacht nahe, dass es sich um einen Fall einer verpönten Anlasswidmung zur Verwirklichung eines privaten Immobilienprojekts handelt, die zwar dem Partikular­interesse des Grundstückseigentümers dient, Gemeinwohlinteressen aber nicht ausreichend berücksichtigt und daher abzulehnen ist.“ Die Umwidmung gab es trotzdem. Warum?
Der Geschäftsführer der Firma, für den die Unschuldsvermutung gilt, war bisher zu keiner Stellungnahme bereit. 



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