"AI-Gigafactory"

EU-Zoff um KI-Fabrik: Wien droht mit Ausstieg

Wien wollte Europas neuer Hotspot für Künstliche Intelligenz werden, nun sorgt die EU jedoch mit möglichen neuen Förderregeln für Ärger im Rathaus. 

Wien möchte mit einem riesigen KI-Rechenzentrum, der "AI Gigafactory" (mit 100.000 Grafikprozessoren), ganz vorne im europäischen Zukunftsrennen mitspielen. Für die Bundeshauptstadt ein gewaltiger Schub, der neue Firmen, Jobs und damit mehr Wertschöpfung für die Region in Aussicht stellt. Doch nun wackelt die Bewerbung. Statt eines klaren EU-Fördercalls herrscht seit Monaten Unsicherheit. Wie der Kurier berichtet, sollen sogar neue Förderregeln diskutiert werden, die der Stadt Wien nicht ins Konzept passen. 

Der Knackpunkt: In Brüssel sollen nun Modelle über gemeinsame Beschaffung etabliert werden. Für Wien wäre das enorm ungünstig, weil die Stadt ihr Projekt fix an einen Standort und klare Vorgaben knüpfen will. Besonders wichtig ist dabei die Nutzung der Abwärme für das Wiener Fernwärmenetz. Davon würden bis zu 600.000 Haushalte profitieren. Sollte die EU diesen Weg blockieren, stellt Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak den Rückzug aus dem Verfahren in den Raum.

Wien will die Gigafactory aber auch ohne Brüsseler Rückenwind weiterdenken. Stromnetz und Fernwärme werden bereits vorbereitet, wichtige Teile wurden wegen weltweiter Lieferprobleme rechtzeitig bestellt. Der genaue Standort bleibt vorerst geheim. Die Stadt sendet damit ein deutliches Signal: Beim internationalen KI-Rennen will sich Wien nicht auf die Zuschauerbank setzen lassen.

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