Workers Memorial Day

Nach Horror-Unfällen: AK Wien fordert Schutz für Beschäftigte

Die Arbeiterkammer Wien hält fest: Schutz haben alle verdient, denen Extremereignisse während der Arbeit passieren. 

757 Menschen kamen in den vergangenen zehn Jahren bei Arbeitsunfällen ums Leben, allein 195 davon in der Baubranche. Zum Workers‘ Memorial Day erinnert die AK Wien noch einmal an die Opfer und verlangt nach Konsequenzen. Im Fokus stehen jene Beschäftigten, die schwere Unglücke überleben und danach oft unter massivem psychischem Druck weiterarbeiten müssen. Der erst einen Monat zurückliegende Unfall in Wien-Alsergrund ist ein Negativbeispiel par excellence: Ein Kranführer musste damals vier tote Kollegen bergen.

Die Arbeiterkammer fordert daher klare gesetzliche Regeln im Arbeitnehmer:innenschutzgesetz. Wer ein traumatisches Extremereignis am Arbeitsplatz erlebt, soll Anspruch auf sofortige Freistellung von gefährlichen Tätigkeiten sowie professionelle psychologische Nothilfe erhalten. Derzeit gibt es solche Schutzmaßnahmen nur im Eisenbahnrecht nach schweren Unfällen. Für die AK ist das zu wenig: Sicherheit dürfe nicht von der Branche abhängen. Nach tödlichen Unglücken brauche es nicht nur Ermittlungen, sondern auch Hilfe für jene, die das Erlebte verarbeiten müssen. 

"Jeder Tote am Arbeitsplatz ist einer zu viel. Die verheerende Bilanz von 757 tödlichen Arbeitsunfällen zeigt, dass wir beim Arbeitnehmer:innenschutz keinen Millimeter zurückweichen dürfen", betont Silvia Rosoli, Leiterin der Abteilung Arbeitnehmer:innenschutz & Gesundheitsberufe der AK Wien. "Nach einem Extremereignis bemerken Betroffene oft gar nicht, dass sie nicht mehr einsatzfähig sind – oder sie arbeiten unter enormem Druck weiter, weil Kund:innen warten und der Betrieb weitergehen muss. Dass sie in solchen Situationen nicht zwingend aus der Gefahrenzone geholt werden und ihnen psychologische Unterstützung angeboten wird, ist unverantwortlich."

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