Energie-Zwist

Streit um Triiiple-Tower eskaliert: 200 Eigentümer ziehen wieder vor Gericht

Der Zwist um die Wärmeversorgung in den Wiener Triiiple-Türmen geht nach gescheiterten Verhandlungen in die nächste Runde. 

Seit mehr als vier Jahren kämpfen die 200 Wohnungseigentümer in den Wiener Triiiple-Türmen gegen die Energieverträge im Prestigeprojekt des Soravia-Konzerns. Die Bewohner werfen dem Unternehmen vor, nach dem Wohnungskauf ohne ihre Zustimmung von der ursprünglich angekündigten Fernwärme-Lösung abgegangen zu sein. Stattdessen wurde eine konzerneigene Lösung umgesetzt, die für die Eigentümer massive Nachteile gebracht hat. Bereits 2023 bekamen Kläger vor Gericht recht, zuletzt platzten auch die Vergleichsgespräche.

Die Bewohner kritisieren vor allem die hohen Grundkosten für Wärme und Kühlung. Diese würden unabhängig vom tatsächlichen Verbrauch verrechnet und lägen deutlich über vergleichbaren Wohnprojekten. Laut den Eigentümern könnten sich die Mehrkosten über die Vertragsdauer auf mehr als zehn Millionen Euro summieren. Zusätzlich sorgt eine Wärmepumpenanlage für Ärger: Über diese wird auch der benachbarte Austro Tower versorgt. Die Eigentümer betonen, dafür nie zugestimmt zu haben.

Aktuelle Gerichtsverfahren 

Diese Gerichtsverfahren sind derzeit am Laufen: 

  • Unterlassungsklage betreffend Austro Tower vor dem Obersten Gerichtshof: Das Urteil wird in Kürze erwartet; der von Soravia veräußerte Austro Tower, in dem neben Soravia auch die ASFINAG und die Austro Control eingemietet sind, könnte damit seine Wärme- und Kälteversorgung verlieren.
  • Verfahren nach dem Heizkostengesetz zur Prüfung der Vertragswirksamkeit und der bisherigen Abrechnungen.
  • Feststellungsklage auf Unwirksamkeit der Wärme- und Kältelieferverträge.

Dabei hatte zuletzt noch alles gut ausgesehen, beide Seiten hatten sich in Gesprächen bereits angenähert. Laut den Anwälten der Kläger gab es Einigungen bei niedrigeren Grundpreisen und einer besseren rechtlichen Absicherung. Die Gespräche scheiterten aber an neuen Forderungen von Soravia. Jetzt werden die laufenden Verfahren fortgesetzt. Eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs stärkt den Eigentümern zusätzlich den Rücken: Erst Anfang des Jahres wurden 43 Vertragsklauseln wegen grober Benachteiligung für unzulässig erklärt. Damit wächst der Druck auf den Soravia-Konzern weiter an.

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