Während viele Formel-1-Fans dem Comeback der Königsklasse in Miami am Wochenende entgegenfiebern, bahnt sich hinter den Kulissen eine Sensation an.
Während Formel-1-Boss Stefano Domenicali verzweifelt versucht, das neue umstrittene Reglement mit 50 Prozent Elektromotor-Anteil zu verteidigen, deutete FIA-Technikdirektor Nikolas Tombazis ein Umdenken und sogar eine mögliche Rückkehr zu Verbrennungsmotoren an.
Das Insider-Portal motorsport-total.com berichtet von einer Medien-Runde am Rande des Miami-GP (Sonntag, 22 Uhr, ORF1 live) in der Tombazis sehr offen über die Hintergründe der Reglement-Erstellung spricht. 2022, als die Umstellung auf 50:50-Motoren (Verbrenner:Elektro) beschlossen worden war, hätten die Automobilhersteller den F1-Bossen zu verstehen gegeben, dass mit den Verbrennungsmotoren schnell Schluss sei. Tombazis: "Als wir das aktuelle Reglement diskutierten, sagten uns die Automobilkonzerne, dass sie nie wieder einen Verbrennungsmotor bauen würden. Sie wollten ihn auslaufen lassen und bald voll elektrisch sein."
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"Elektrisierung kam nicht so, wie behauptet wurde"
"Offensichtlich ist das nicht passiert", so Tombazis: "Das soll die Bedeutung der Elektrifizierung weltweit nicht unterschätzen, aber sie fand nicht in dem Maße statt, wie behauptet wurde."
Mögliche Konsequenz, so der F1-Technikchef: "Wir dürfen nicht Geisel der Entscheidung von Automobilkonzernen sein, ob sie Teil unseres Sports sein wollen oder nicht." Wie aus Insiderkreisen zu hören ist, bastelt die F1 im Hintergrund bereits an einem Exit-Szenario, sprich: an der Rückkehr zu reinen V8-Verbrennungsmotoren. Und das schon viel früher als für das Jahr 2031, wenn das jetzige Reglement ursprünglich abgelöst werden sollte. Wenn alles so schnell geht, wie F1-Puristen hoffen, könnten schon in zwei Jahren wieder Verbrenner-Motoren aufheulen und die Fans wieder Vollgas-Racing wie früher sehen. Für Max Verstappen, der angesichts der Elektro-F1 zunehmend die Lust verliert, könnte auch das schon zu spät kommen.