Wegen S-Bahn-Sperre

Wiener Grüne wollen 365-Euro-Ticket zurück

Ab Herbst wird die S-Bahn-Baustelle auf der Stammstrecke Fahrgäste in Wien spürbar treffen. Nun schlagen die Grünen Alarm und verlangen mehr Entlastung für Pendler und Öffi-Fahrer. 

Ab Herbst wird zwischen Meidling und Floridsdorf die wichtigste Öffi-Achse der Stadt monatelang modernisiert. Täglich sind dort rund 250.000 Fahrgäste unterwegs, rund 700 Züge rollen über die Strecke. Die Arbeiten sind ein notwendiges Übel, denn erneuert werden unter anderem Brücken, Viadukte und Stationen. Nach dem Upgrade sollen längere Züge und ein 2,5 Minuten-Takt in der Hauptverkehrszeit möglich sein und das Sitzplatzangebot soll um 40 Prozent steigen.

Laut einer von den Wiener Grünen beauftragten TU-Studie werden während der Sperren in Spitzenzeiten mehr als 11.000 Fahrgäste auf andere Linien ausweichen. Zwar hätten ÖBB und Wiener Linien bereits Ersatzmaßnahmen angekündigt – etwa Shuttlebusse, längere Straßenbahnen und die Verlängerung der Linie 18 –, doch das reiche bei weitem nicht aus, so die Öko-Partei.

"Die notwendige Sanierung der S-Bahn-Stammstrecke ist seit vielen Jahren bekannt, trotzdem behandelt die Stadtregierung das Riesen-Projekt wie eine normale Baustelle. Die zuständige Stadträtin Ulli Sima hat erst letztens in einem Interview gesagt, dass es 'nicht lustig' werde. Das ist zynisch – denn man hätte tatsächlich besser planen können. Rot-Pink agiert wieder einmal wie bei vielen Großprojekten: kurzsichtig, planlos und die Dimension unterschätzend", erklärt Peter Kraus, Parteivorsitzender der Grünen Wien.

Forderung nach 365-Euro-Ticket

Als S-Bahn-Stammstrecke wird die Verbindung zwischen Meidling und Floridsdorf bezeichnet. Bis Herbst 2027 sind dort Modernisierungsmaßnahmen und Sperren geplant. Bereits im Sommer wird der Verkehr zwischen Floridsdorf und dem Bahnhof Praterstern eingestellt - samt einiger nördlicher Anschlussstrecken. Ab September ist der zentrale Abschnitt zwischen Praterstern und Hauptbahnhof betroffen, der über ein Jahr lang gesperrt wird. 

Brisant: Erst heuer wurden die Ticketpreise der Wiener Linien erhöht. Viele Wiener müssen nun trotz teurerer Öffis mit längeren Fahrzeiten und volleren Garnituren rechnen. Die Grünen verlangen deshalb ein Comeback des 365-Euro-Tickets sowie Rabatte für betroffene Klimaticket-Pendler. Zusätzlich fordern sie dichtere Intervalle bei U-Bahnen und Straßenbahnen, mehr Personal sowie eigene Spuren für Bim und Bus.

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