Vonseiten der Wiener Landes-ÖVP wird erklärt: Erstmals können mehr als die Hälfte der Schulanfänger in Wiens öffentlichen Volksschule nicht Deutsch - in manchen Bezirken sind es bereits mehr als drei Viertel.
Aus dem Büro von Wiens ÖVP-Landesparteiobmann Markus Figl heißt es gegen Mittag: "Durch Anfragen der Wiener Volkspartei wurden über die letzten Jahre die immer schlimmeren Zahlen von Kindern, die trotz Geburt und Kindergarten in Wien zum Schuleintritt nicht Deutsch können, schrittweise aufgedeckt. Die aktuellen Zahlen zeigen eindeutig, dass Gefahr im Verzug ist und die Zukunft unserer Stadt auf dem Spiel steht." Es herrsche Gefahr in Verzug - die Deutschförderung In Wiens Kindergarten müsse neu aufgesetzt werden.
Figl: "Die Mindestsicherungsbezieher von morgen"
Landesparteiobmann Markus Figl erklärt dazu: "Wenn Kinder nicht ausreichend Deutsch können, um den Unterricht folgen zu können, haben sie in weiterer Folge weniger Chancen im Bildungssystem und sind die Mindestsicherungsbezieher von morgen. Wir haben daher auch das parlamentarische Mittel ergriffen und eine Sondersitzung des Landtages verlangt.
Klubobmann Harald Zierfuß wiederum sagt: "Für uns ist vollkommen klar: Kinder müssen vor dem Schuleintritt Deutsch können. Wir werden alles dafür tun, dass der Druck größer wird und die von uns geforderten Maßnahmen umgesetzt werden. Im Zuge des Sonderlandtages werden wir auch unsere acht Forderungen abermals einbringen. SPÖ und Neos müssen endlich einlenken. Wir brauchen eine Veränderung für die Zukunft unserer Stadt."
Und das sind die acht Forderungen der Wiener Volkspartei
1. Sprachstandserhebungen für alle 3-jährigen Kinder in Wien: Nachdem ein Großteil der Kinder, die die Schule aufgrund von mangelnden Deutschkenntnissen mit einem ao. Status beginnen müssen, bereits mehr als zwei Jahre den Kindergarten besucht haben, braucht es für alle 3-Jährigen in Wien eine Sprachstandsfeststellung.2. Kindergartenpflicht für 3-jährige Kinder mit Deutschförderbedarf: Für Kinder, bei denen im Rahmen der ersten Sprachstandserhebung mit drei Jahren ein Deutschförderbedarf festgestellt wurde, muss eine Kindergartenpflicht inklusive intensivierter und kontrollierter Deutschförderung im Kindergarten gelten.3. Gesetzliche Erhöhung der Besuchspflicht von 20 auf 30 Stunden pro Woche statt unverbindlicher Einladungen: Derzeit bekommen Familien, deren Kinder das verpflichtende Kindergartenjahr weniger als 30 Stunden besuchen, lediglich unverbindliche Einladungen der Stadt Wien, diese freiwillig zu erhöhen. Das ist zu wenig.4. 1.000 Sprachförderkräfte für Wiens Kindergärten: Rund ein Drittel der Kinder mit Deutschförderbedarf haben 2024/25 keine explizite Sprachförderung durch Sprachförderkräfte erhalten. SPÖ und Neos müssen das Bürgermeister-Wahlversprechen von 1.000 Sprachförderkräften umsetzen.5. Kindergartenförderung an Qualität der Deutschförderung koppeln: Nachdem Kinder in Wien oft drei, vier und auch fünf Jahre einen Kindergarten besuchen und dennoch bis zum Schuleintritt nicht ausreichend Deutsch lernen, muss die Kindergartenförderung an die Qualität der Deutschförderung gekoppelt werden.6. C1-Niveau beim gesamten Kindergartenpersonal: Derzeit müssen nur pädagogische Fachkräfte ein Deutschniveau von C1 aufweisen, für Assistentinnen und Assistenten gibt es keine Vorgaben. Da jede Sprachförderressource genutzt werden muss, braucht es hier klare Vorgaben.7. Erhöhung des Fachkraft-Kind-Schlüssels: Um mehr Qualität in die Deutschförderung in Wiens Kindergärten zu bringen, braucht es vor allem einen besseren Fachkraft-Kind-Schlüssel, der im Rahmen eines Stufenplans umgesetzt werden muss.8. Neuaufstellung der Qualitäts-Kontrolle in Kindergärten: Seit Einführung des Gratis-Kindergartens wurde laufend Quantität vor Qualität gefördert und die notwendige Qualität der Betreuungsleistung sowie der Sprachförderung nicht oder nur oberflächlich kontrolliert.