Die heftigen Kursschwankungen bei Gold und Silber haben in Wien für regen Zulauf gesorgt. Edelmetallhändler wie Gold & Co. verzeichnet an allen Standorten deutlich mehr Kundschaft, vor allem im 22. Bezirk stauen sich die Wartenden.
Der Goldpreis ist in wenigen Tagen um mehr als 1.100 US-Dollar gefallen. Am Montag kostete eine Feinunze nur noch 4.402 Dollar. Auch Silber verlor massiv an Wert und lag um 40 Prozent unter dem zuletzt erreichten Höchststand. Ausgelöst wurde der Preissturz durch die Ernennung von Kevin Warsh zum neuen Chef der US-Notenbank durch Präsident Donald Trump. An den Märkten kamen Zweifel auf, ob es tatsächlich zu einer geldpolitischen Lockerung kommen wird. Viele Spekulanten, die auf steigende Kurse gesetzt hatten, gerieten unter Druck und mussten verkaufen. Die Folge waren weitere Preisverluste.
Am Dienstag folgte eine abrupte Gegenbewegung. Gold verteuerte sich um rund sechs Prozent auf 4.937 Dollar. Silber stieg um elf Prozent auf 87,91 Dollar.
Wiener Händler im Ausnahmezustand
In Wien bildeten sich lange Schlangen vor den Verkaufsstellen. Besonders bei Gold & Co. war der Andrang enorm. Auf der Website meldete sich das Unternehmen mit einem Hinweis an seine Kundinnen und Kunden. "Aufgrund des Goldkurses ist im Moment sehr viel los und es kann derzeit vor Ort als auch am Telefon etwas länger dauern", so der Edelmetallhändler mit drei Standorten in Wien. Besonders viel los war in der Filiale im Einkaufszentrum K1 am Kagraner Platz. Die Telefone waren überlastet, das Personal stark gefordert. Viele wollten nicht riskieren, eine nächste Preisbewegung zu verpassen.