So will Ludwig Wien regieren

Bürgermeisterwahl

So will Ludwig Wien regieren

Nach 24 Jahren Michael Häupl muss Michael Ludwig starke Akzente setzen.     

Die erste „Duftmarke“ im Straßenbild Wiens hat der angehende Wiener Bürgermeister schon gesetzt – wie es so seine Art ist, bereitete Michael Ludwig den Coup wochenlang in allen Details vor, bis er juristisch und politisch wasserdicht war. Dann setzte er zum Überfall an, der Freund und Feind völlig überraschte. So boxte er nach jahrelangem Veto der Parteilinken und der Grünen ein Alkoholverbot am Praterstern durch. Alle Proteste verhallten fast un­gehört, weil die Ludwig-Maschinerie medial jeden Gegenwind erdrückte.

Strenger Gentleman

Michael Ludwig, den die APA als „strengen Gentleman“ titulierte, agiert im Vergleich zu Michael Häupl fast völlig schmäh-befreit, aber extrem höflich und zielstrebig. Genauso will er jetzt eine Zäsur inszenieren – weg von linken, rot-grünen Träumereien hin zu einem knallharten Kurs für „seine“ Wiener. Ludwig meint damit im krassen Gegensatz zur FPÖ nicht „Rassen“, sondern diejenigen, die sich schon lange hier aufhalten, Wien als Lebensmittelpunkt sehen und in der sowie für die Stadt arbeiten wollen.

Gut gewähltes Team

Für Neuankömmlinge hat er schon 2015 die Kri­terien für geförderte Wohnungen verschärft. Dieser Kurs für die SPÖ-Kernklientel soll flächendeckend in allen Grätzeln und Lebensbereichen ausgerollt werden – sein Team, ein fein tariertes Konstrukt aus Links und Rechts, soll das umsetzen und damit sowohl links als auch rechts gewaltig Stimmen einsammeln.Josef Galley

Die Berater: Auf wen der Stadtchef wirklich hört

Der persönliche Beraterkreis von Michael Ludwig ist fast komplett – seit Mittwoch ist auch klar, dass als Sprecher des Bürgermeisters Hanno Csisinko, der schon in der Ära als Wohnbaustadtrat an Ludwigs Seite werkte, und Paul Weis fungieren. Weis war lange Jahre Sprecher Michael Häupls und zuletzt Chef des Presse- und Informationsdienstes der Stadt Wien. Chefstratege in Sachen Kommunika­tion und Marketing ist Rudolf „Rudi“ Mathias, ein Urgestein im Rathaus. Wie schon bei Michael Häupl, soll auch der Chef des Büros für Sofortmaßnahmen, Walter Hillerer, als eine Art „Reisemarschall“ fungieren. Parteimanagerin Barbara Novak und Gemeinderat Christian Deutsch sind politisch die Masterminds.