Ab Juni wird es in der Albertina so richtig lustig, denn Otto Waalkes bringt seine Ottifanten mit. Der ostfriesische Kult-Star zeigt als gelernter Maler, wie er die Klassiker der Kunstgeschichte sieht und mit viel Schmäh neu interpretiert.
Jeder hat wahrscheinlich schon über seinen Gang und seinen unvergleichlichen Wortwitz gelacht. Otto Waalkes ist eine lebende Legende der Unterhaltung und aus der Popkultur nicht mehr wegzudenken. Doch jetzt zeigt sich der kultige Ostfriese in der Bundeshauptstadt von einer ganz anderen Seite. Er tauscht das Mikrofon gegen den Pinsel und zieht in eines der vornehmsten Häuser des Landes ein.
In der Albertina kommt es zu einem Gipfeltreffen der besonderen Art. Pünktlich zum stolzen 250-jährigen Jubiläum des Museums darf Otto in den ehrwürdigen Habsburgischen Prunkräumen seine Spuren hinterlassen. Dabei macht er vor den ganz großen Meistern der Kunstgeschichte keinen Halt. Der Künstler blickt mit viel Schmäh auf die grafische Sammlung und verleiht berühmten Werken seine ganz eigene Note.
Schmäh-Kur für die alten Meister
Das Ergebnis dieser Intervention ist herrlich erfrischend. So bekommt Egon Schieles Schwägerin Adele unverhofft ein neues Schoßtier, das schimmernde Gefieder von Albrecht Dürers berühmter Blauracke passt gut zu Ottos charakteristischer Flügelkappe und ein geschäftiger Ottifant rückt dem berühmten Rasenstück des Nürnberger Meisters gefährlich nahe, denn er ist mit dem Rasenmäher da.
Hinter dem Spaß steckt jedoch echtes Handwerk. Otto hat nämlich während seiner Zeit in einer Hamburger Künstler-Wohngemeinschaft mit Udo Lindenberg und Marius Müller-Westernhagen Malerei studiert. Seine Bilder sind also viel mehr als nur einfache Witze auf Papier. Für ihn ist diese parodistische Form der Kunst eine ehrliche Verneigung vor den großen Vorbildern.
Wer die tierischen Gäste in den prunkvollen Sälen selbst erleben möchte hat dazu bald die Gelegenheit. Die Ausstellung wird am 3. Juni präsentiert und bleibt dem Publikum bis zum 10. Jänner 2027 erhalten. Ein Besuch dieser außerfriesischen Begegnung lohnt sich für Jung und Alt ganz bestimmt.